Sonnenschein in Hope Town

Unsere Wetterprognose von gestern aufgrund der Kumuluswolken, die sich am Abend auflösten, stimmte voll und ganz: Schon um 7 Uhr in der Früh mussten wir mit Sonnenbrillen frühstücken und freuten uns nach drei wechselhaften Tagen über den blauen Himmel und den Sonnenschein! (Gerhard musste sich nach dem Frühstück sofort ein Bad im Meer geben, um sich abzukühlen.)

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Bei Flut und „Höchstwasserstand“ verließen wir Sandy Cay, was den Vorteil hatte, dass wir die Flachstellen nicht umfahren mussten, sondern Elbow Cay direkt ansteuern konnten. Das war wieder einmal sehr angenehm, wenn man beim Segeln nicht ständig aufpassen musste, um nicht irgendwo aufzusitzen. ☺

Als wir uns nach ungefähr zwei Stunden Elbow Cay näherten, erkannte man schon an der Küste, dass es sich hier um eine bewohnte Insel handelte, die touristisch schon sehr erschlossen ist.

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Der Leuchtturm war dann das untrügerische Zeichen dafür, dass wir unser Ziel Hope Town erreicht hatten. Es ist der letzte noch mit Kerosin befeuerte Leuchtturm, den wir leider nicht besichtigen konnten, weil – … na weil heute wieder einmal Sonntag war. Wir wussten daher auch, dass sowohl die Geschäfte als auch die meisten Lokale der Stadt geschlossen haben würden. Wir umrundeten den Leuchtturm bis wir die Einfahrt von Hope Town erreicht hatten.

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Da wir noch bei relativem „Hochwasser“ in Hope Town einliefen, konnten wir mit unserer SanVerDa sogar in den Naturhafen hineinfahren, was bei Ebbe nicht so einfach gewesen wäre. Hier im Naturhafen an Bojen festzumachen war das, was wir uns gewünscht hatten, und wir fanden noch etliche freie Bojen, von denen wir eine grüne nützten.

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Gemütlich aßen wir an Bord noch zu Mittag, bevor wir mit unserem Dingi zu dem nahegelegenen Dingi-Steg der Stadt tuckerten.

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Von hier aus starteten wir unseren Fußmarsch. Da wir schon tagelang unsere Füße nicht vertreten konnten, machten wir uns zuerst auf den Weg, die Insel in Richtung Süden – auf der einzigen Straße – zu erkunden. Hier kamen wir zuerst bei einem der beiden Strände „White Sound“ vorbei und passierten etliche Telegrafenmasten, die mit Schildern behängt wurden, die Entfernungen zu Städten in der ganzen Welt angaben (Leider wussten wir das nicht im Vorhinein, sonst hätten wir eines mit „Unternalb“ und der km-Anzahl gemalt und dort angebracht! ☺) Mir gefiel das Wandern in der Mittagshitze, doch Gerhard stöhnte ein bisschen wegen der Hitze und weil wir kein Lokal fanden, wo er sich bei einem kalten Bier abkühlen konnte. Scheinbar hatte er schon Stoßgebete zum Himmel gesandt, auf jeden Fall waren wir noch nicht lange auf unserem Rückweg, da blieb ein junges Pärchen mit einem E-Car bei uns stehen und fragte uns, ob wir mitfahren wollten. So schnell konnte ich gar nicht reagieren, hatte Gerhard auf Englisch schon zugesagt und wir rollten gemütlich im beschatteten Golf-Car in die Stadt zurück. Auch auf dieser Insel gibt es fast keine Autos. Die Leute benützen alle E-Cars, weil sie ja keine großen Distanzen zurücklegen müssen.

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Nun marschierten wir in die Stadt hinein, vorbei an der Schule, wo ich es einmal wieder nicht lassen konnte, ein Foto zu machen. Neben der Schule fand ich dann ein Schild, das mich schmunzeln ließ. Damit ich mich ein Jahr lang auf diese Traumreise begeben konnte, musste ich beim Landesschulrat um ein Sabbatical ansuchen. Das ist ein unbezahlter Sonderurlaub, den ich schon vor fünf Jahren beantragt hatte. Hier fand ich ein Schild, das mich daran erinnerte, dass es in meinem Fall vielleicht so heißen sollte:

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Nach kurzer Zeit kamen wir am „Harbour´s Edge“ vorbei, einem Lokal, das gerade noch bis 5 Uhr am Nachmittag geöffnet hatte, und wo wir uns gemütlich hineinsetzen und den Blick in den Hafen genießen konnten.

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Hier merkten wir deutlich, dass wir wieder in die „Zivilisation“ zurückgekehrt waren. Supertolle Toiletten, mit Fließwasser, Seife und Papierhandtücher und das ganze nicht nur sauber sondern auch sehr modern und stylisch eingerichtet (welch ein Luxus nach 6 Monaten!).

Den sehr positiven Eindruck, den wir von den Toiletten hier hatten, hatten wir von der ganzen Stadt Hope Town – eine nette, kleine Stadt richtig zum Verlieben!

Der ganze Hafenort besteht aus bunten Häusern, mit wunderschönen Holzverzierungen an Traufen (Gingerbread) und Lattenzäunen und mit vielen liebevoll angebrachten Details. Rund um diese Häuser und entlang der Straßen fanden wir wundervolle, sehr alte Gärten vor.

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Auch wenn das Wyannie Malone Museum geschlossen hatte, konnten wir von außen ein nettes Haus vorfinden mit alten Gegenständen, die rundherum aufgestellt waren.

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Beeindruckt von dieser Stadt wollten wir trotzdem noch auf der SanVerDa die Abendsonne beim Lesen und Zeichnen genießen. Da am Abend kein Lokal mehr in der Stadt offen hatte, gingen wir nochmals in das einzige, offene Lokal zurück und kauften uns Conch Soup zum Mitnehmen. Am Abend verzehrten wir dann diese landestypische Köstlichkeit bei Sonnenuntergang auf unserem Boot.

Heute genießen wir die letzte Vollmondnacht auf unserer SanVerDa.

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Post nubila phoebus – nach Wolken kommt die Sonne – nicht nur sprichwörtlich!

Gestern nach dem Abendessen hatte es bei uns zu regnen begonnen und die ganze Nacht durchgeregnet bis heute gegen Mittag. Es war so ein richtiger „Salzburger Schnürlregen“. Seit August 2017 sind wir nun unterwegs aber bis jetzt hatten wir noch nie über fünfzehn Stunden so starken Regen. Die letzten beiden Tage waren zwar Regenschauer und Gewitter, aber nach einigen Stunden waren die vorbei. So änderten wir kurzfristig unsere Pläne für den heutigen Tag und entschieden uns noch einen Tag hier vor Anker zu bleiben.

Am Montag werden unsere letzten Gäste zu uns auf die SanVerDa zu Besuch kommen und dafür musste ich noch einiges herrichten und die zwei Kojen putzen. Außerdem nützte ich die Zeit, um wieder Brotvorrat zu backen, dieses Mal gab es Kürbiskernbrot.

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Da wir heute genug Zeit hatten, kochte ich sowohl zu Mittag als auch am Abend. Zu Mittag gab es Gemüsecurry mit Risotto-Reis, am Abend Lungenbraten mit Kürbis Chutneys aus Langenlois. Nun haben wir alle Gemüsevorräte, die wir auf den Caicos vor drei Wochen gekauft hatten, aufgebraucht und freuen uns schon, wenn wir übermorgen in Marsh-Harbour wieder einmal groß einkaufen gehen können. Vor allem frisches Gemüse und Obst könnten wir öfters gebrauchen! Leider gibt es beides kaum. Bei Obst gibt es meist nur Äpfel und Orangen, bei Gemüse Kürbis, Süßkartoffel und manches Mal Zucchini. Das Problem beim Obst- und Gemüsekauf hier auf den Bahamas ist, dass es selten Geschäfte gibt, die frische Waren führen und falls sie diese haben, wird alles so stark gekühlt, dass es meist gefroren ist. Wenn man dieses Obst und Gemüse dann kauft, hat es überhaupt keine Haltbarkeit. Man muss es oft schon am nächsten Tag wegwerfen, obwohl es unsagbar teuer ist (für eine kleine Schlangengurke z.B. haben wir beim letzten Einkauf $5 bezahlt!).

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Gerhard freute sich schon, dass er einmal Zeit genug fand, um Servicearbeiten auf der SanVerDa durchzuführen. Heute zog er die Schrauben der Relingstützen nach, die sich mit den Jahren etwas gelockert hatten. Dafür musste er aber den Plafond von den Kojen herunterschrauben, um zu diesen zu gelangen – ein relativ großer Aufwand für sehr wenig Arbeit! Da ist so ein Regentag genau das Richtige dafür! ☺

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Nachmittags war dann auch noch ein „Service“ bei der Crew angesagt: Maniküre, Pediküre, Haare waschen, Bart stutzen – man glaubt gar nicht, welche „Servicearbeiten“ da in kürzester Zeit notwendig sind! ☺

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Die meisten dieser Arbeiten versuchen wir natürlich an Deck zu erledigen. Dabei beobachteten wir Kumuluswolken. Nachdem Wolken auch viel über das Wetter aussagen können, ließen wir sie nicht aus den Augen, um zu wissen, wie sich das Wetter bis morgen verändern würde.

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Kumuluswolken sind dichte Wasserwolken mit eindeutigen Grenzen, die manchmal wie Kuppeln oder sogar Wattebauschen aussehen können. Wird die Oberseite dieser Wolken von der Sonne angestrahlt, leuchten sie weiß. Ihre Unterseite ist dagegen deutlich dunkler. Entstehen Kumuluswolken mittags und lösen sich abends wieder auf, bleibt das Wetter schön, bilden sie sich morgens oder abends, kann das Wetter bald schlechter werden. Übrigens: Eine einzige Kumuluswolke, die einen Quadratkilometer groß und einen halben Kilometer hoch ist, enthält etwa 200 Tonnen Wasser!

Da sich die Kumuluswolken um 6 Uhr Abends wieder aufgelöst hatten, wussten wir, dass das ein Zeichen dafür sein könnte, dass das Wetter morgen besser werden würde.

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Außerdem wird morgen um 20.58 Uhr hier bei uns Vollmond sein – möglicherweise ändert dieser das Wetter, wie in alten Bauernregeln bei uns in Österreich öfters gesagt wurde.

Bei Mondaufgang heute glaubten wir eigentlich schon, dass Vollmond wäre. Beim Heck des Bootes stieg der Mond in den Himmel, während am Vordeck die Sonne ins Meer „versank“ – ein wunderbarer Anblick!

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Nachdem wir heute sehr viele Arbeiten erledigen konnten sind wir sehr zufrieden, freuen uns schon wieder auf morgen und auf neue Abenteuer!

Korallenriffe und Korallen – eine „Sachunterrichtsstunde“ aus aktuellem Anlass! ☺

Den heutigen Tag verbrachten wir im Pelican Land & Sea Park und um in diesem Naturschutzgebiet in den vorgelagerten Riffen zu schnorcheln. Da es in der Früh wieder ein Gewitter gab und wir deshalb mit dem Schnorcheln noch warten mussten, machte ich mich inzwischen im Internet über Riffe und Korallen schlau, denn über beides wollte ich gerne mehr erfahren.

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Wir unternahmen heute zwei lange Schnorchelausflüge, wieder in eine andere Unterwasserwelt, als wir sie bisher schon kennen gelernt hatten. Unsere Bilder von den fotografierten Korallen werden wir im nachstehenden Info-Text einfließen lassen.

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Beim Schnorcheln schon bemerkten wir, dass sich wieder Gewitterwolken näherten, da nur bei Sonnensschein die Rifflandschaft unter Wasser ihr traumhaftes Farbenspiel zeigte. So mussten wir leider unseren Schnorchelgang abbrechen, obwohl mir nicht einmal noch kalt war – was ich unbedingt anmerken wollte! ☺

Wieder auf der SanVerDa genossen wir heute einen Nachmittagskaffee am Deck, bevor ich mein neu erworbenes Wissen für den Blog zusammenfasste! ☺

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Riffe

Die heutigen Riffe zählen zu den komplexesten und faszinierendsten Ökosystemen auf unserer Erde. Ihre vielfältige Tier- und Pflanzenwelt baut untermeerische »Städte« von teilweise riesigen Dimensionen, die selbst vom Weltall aus gesehen werden können (z.B.: Great Barrier-Reef in Australien). Riffen kommt eine enorme Bedeutung für Fischerei, Tourismus und Küstenschutz zu, sie stellen auch potentielle Ressourcen für die Pharmaindustrie dar. Von größter Wichtigkeit ist jedoch die kohlendioxidbindende Wirkung der Riffkorallen für die Klimaentwicklung unserer Erde.

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Bereits seit der frühen Erdgeschichte sind Riffe bekannt. Unter den vielfältigsten Umweltbedingungen erzeugten verschiedene Organismen wie Mikroben, urtümliche Korallen, Meeresschwämme oder korallenartig wachsende Muscheln immer wieder derartige Riffstrukturen. So stellen etwa die Gesteine der Dolomiten die gewaltigen Überreste der vor über 200 Millionen Jahren unter dem Meeresspiegel entstandenen Riffe aus der Trias-Zeit dar.

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Riffarten:

Atoll

Das Atoll ist ein ringförmiges Riff, welches eine Lagune umschließt. Atolle beginnen ihr Wachstum in der Regel als Saumriffe um vulkanische Inseln. Taucht die Insel ab, weil der Meeresboden absinkt oder der Meeresspiegel steigt, entwickelt sich das Saumriff zu einem Barriere-Riff, das von der Insel durch eine Lagune abgetrennt ist. Wenn die Insel schließlich vollständig verschwunden ist, bleibt ein Ring aus Riffen zurück, manchmal von kleinen Koralleninseln gekrönt, der die Lagune umgibt. Die gesamte Struktur wird als Atoll bezeichnet.

Barriere-Riff

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Oft ist es schwer, ein fortgeschrittenes Stadium eines Lagunensaumriffes von einem Barriere-Riff zu unterscheiden Dieses ähnelt in charakteristischen Zügen dem Lagunensaumriff, doch liegen seine Dimensionen in ganz andern Größenordnungen. Die Lagune kann viele Kilometer Breite und 30 bis 70m Tiefe erreichen.
Zur Bildung von Barriereriffen bedarf es spezieller geologischer Prozesse und eines längeren Zeitraumes. Daher ist die Zahl der Barriere-Riffe wesentlich kleiner als die der Saumriffe. Beispiele: das Große Barriere-Riff vor Australien, Barriere-Riffe vor Belize und den Bahamas und vor Papua Neuguinea, Neukaledonien und Fiji-Inseln.

Saumriff

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Der am meisten verbreitete Rifftyp ist das Saumriff (Beispiel: Küste des Roten Meeres). Es säumt die Küste (= Strand- oder Ufersaumriff) und ist ihr unmittelbar benachbart. Die Ausdehnung gegen das offene Meer hin hängt davon ab, wie steil der Meeresboden abfällt und wie intensiv das Korallenwachstum ist. Saumriffe können bis zu mehreren hundert Metern breit sein, meistens aber bleibt die Breite unter hundert Metern. Sie können viele Kilometer lang werden.

Plattformriff

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Ein Plattformriff ist von allen Seiten von (gleich) tiefem Wasser umgeben. Es kann noch auf dem Kontinentalschelf oder aber im offenen Ozean liegen. Der Umriss eines Plattformriffes ist meist oval bis stark länglich. Es wächst nach allen Seiten, also zweidimensional, während ein Saum- oder Barriere-Riff sich nur seewärts, also in einer Dimension, vergrößert. Ein Plattformriff kann überall dort entstehen, wo der Meeresgrund soweit zum Wasserspiegel aufragt, dass bei den lokalen Verhältnissen ein riffbildendes Korallenwachstum möglich ist.

Quelle: http://schulen.eduhi.at/hs2bg/projekte/Meer/seiten/riffarten.htm

Was sind Korallen?

Korallen sind Tiere, die im Meer leben. Da sie sich nicht fortbewegen, sondern fest am Untergrund verankert sind, sehen sie allerdings eher aus wie Pflanzen.
Es gibt verschiedene Arten von Korallen.

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Wie leben Korallen?

Korallen ernähren sich von vorbeiströmendem Mikroplankton.
Viele Korallen gehen auch Symbiosen („Lebensgemeinschaften“) mit Algen ein, so dass durch die Photosynthese der Algen die Korallen ebenfalls Energie erhalten. Die Algen geben den Korallen auch ihre verschiedenen Farben.

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Wenn die Korallen absterben, bleibt ihr Skelett aus Kalk am Meeresgrund liegen. Darauf können dann wieder neue Korallenstöcke wachsen. Mit der Zeit, wenn dieser Ablauf sich immer wiederholt, wachsen die Korallen sozusagen in die Höhe und es entsteht ein Korallenriff. Pro Jahr wachsen Korallenriffe nur 1 bis 100 Zentimeter, also ziemlich langsam.

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Vorkommen:

Korallenriffe kommen nur in den Tropen vor, etwa zwischen 32 Grad nördlicher und südlicher Breite. Sie bilden sich nur dort, wo die Temperatur des Oberflächenwassers nicht unter 20°C absinkt. Korallen, welche keine Riffe bilden, kommen allerdings auch in kälterem Wasser vor zum Beispiel an den Küsten der Britischen Inseln. Weitere Voraussetzungen sind Sauerstoffreichtum sowie Licht. Das Korallenwachstum vollzieht sich daher nur bis in Tiefen von bis zu etwa 40 Metern und in nährstoffarmer Umgebung, da sich sonst die Algen zu stark vermehren können und das Licht von der Oberfläche dämmen.

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Verschiedene Eigenschaften der Korallenriffe haben Auswirkungen: Sie nützen uns Menschen oder haben Folgen für die Tierwelt:

• vielfältiger Lebensraum unter und über Wasser -> große Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt

• viele Fische -> Fischerei, Nahrung, Tourismus, Taucher

• schöne Formen und Farben -> Tourismus (Taucher)

• küstennah, Wellenbrecher -> Schutz der Küstengebiete

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Gefährdung der Korallenriffe

Leider ist die Existenz der Korallenriffe weltweit gefährdet. Verschiedene Gründe tragen dazu bei:

Mechanische Zerstörung,
• z.B. durch unvorsichtige Taucher, welche die Korallen berühren und beschädigen,
• Schifffahrt, Unwetter, Hurrikan, …
• Wasserverschmutzung, z.B. durch städtische Zentren, die Sediment- und Düngezufuhr aus der Landwirtschaft, Tourismus, …
• Wassertemperaturanstieg infolge des globalen Klimawandels. Dadurch sterben die Algen ab, die mit den Korallen in einer Symbiose leben. Alleine können die Korallen aber nicht überleben.
• Handel mit lebenden Fischen, Dynamitfischerei
• Der Dornenkronenseestern, ein natürlicher Feind, der innerhab kürzester Zeit ganze Korallenriffsektoren auffrisst. In letzter Zeit verbreitet sich der Dornenkronenseestern sehr stark, vermutlich wegen der zunehmenden Wasserverschmutzung.

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Die Auswirkungen, die das Absterben der Korallenriffe hat, sind vielfältig.
Einige Beispiele:

• Schönheit der Korallenriffe ist für immer verloren
• Biotopzerstörung, Verringerung der Biodiversität
• Wirtschaftliche Auswirkungen (Fische, Tourismus)
• Weniger Küstenschutz, mehr Erosion (Landverlust) und Gefahren vom Meer her

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Nutzen:

Die kalkigen Achsenskelette einiger Oktokorallen und Schwarzen Korallen werden für die Schmuckherstellung verwendet. Diese Nutzung lässt sich bis in die vorgeschichtliche Zeit nachweisen. Als Schmuckstein ist die rote Edelkoralle am begehrtesten.

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Quelle: https://www.swisseduc.ch/geographie/regionen/australien/…/korallen_praesentation.pp…

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Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Schon um 6 Uhr standen wir auf, um gleich nach dem Frühstück bei Sonnenaufgang unseren langen Segeltörn (58 Seemeilen – 10 Stunden Fahrtzeit) mit dem Ziel Abaco-Inseln zu starten.

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Wieder hatten wir bei unserer Fahrt großes Glück, fuhren wir doch durch unseren zeitigen Start einem herannahendem Gewitter davon. Unser Freund Richard würde sagen: „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm!“ ☺

So segelten wir bei schwachem Wind, oft bei Wolken, manches Mal bei Sonne aber nie bei Regen bis Sandy Cay.

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Zwischen dieser Insel und Pelican Cay warfen wir den Anker ins Meer, um die Nacht hier zu verbringen. Dieses Inselchen liegt im Naturschutzgebiet Pelican Cays Land & Sea Park.

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Nun sind endgültig unsere letzten beiden Segelwochen angebrochen, die wir in den Abaco-Cays verbringen werden.

Die Inselgruppe Abaco sind die nördlichsten der Bahamas-Inseln und unsere letzte Segeletappe.

Die Little Abaco Insel, die Great Abaco Insel, sowie viele kleinere Inselchen vor der Küste dieser Hauptinseln, sind Teil des Abaco Inselarchipels, der sich wie ein fast 200 Kilometer langer Bogen von Walkers Cay im Norden bis Hole-in-the-Wall im Süden erstreckt. Abaco, ungefähr 320 Kilometer östlich von Palm Beach, Florida, besteht aus mehr als 120 Inseln und ist keine Flugstunde von Forida entfernt.

Abaco gehört zu den Out Islands und hier ist das Meer im Durchschnitt gerade einmal fünf Meter tief.

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Die Abaco Inseln werden von mehr als 17.000 Einwohnern bewohnt. Der Hauptort ist Marsh Harbor, wo ungefähr 6.000 Menschen leben. Größere und bevölkerte Inseln
sind Green Turtle Cay, Man-OWar, Cay und Elbow Cay aber die Mehrheit der anderen Inseln sind unbewohnt.

Die ungefähr 10 bewohnten Inseln von Abaco wurden zum ersten Mal vor mehr als 200 Jahren von Loyalisten aus den Nordstaaten der USA besiedelt, die flohen, als die USA die Unabhängigkeit erlangte. Später kamen noch Plantagenbesitzer aus den Südstaaten und deren Sklaven hinzu. Sie waren Bauern, Fischer, Bootsbauer und haben auf Grund gelaufene Schiffe gekapert. Heutzutage ist die Vergangenheit der frühen amerikanischen Siedler immer noch lebendig. Viele Bewohner der Abacos sind Nachfahren dieser ersten Siedler.

„Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segeln anders setzten!“ (Aristoteles)

Nach diesem weisen Spruch verhielten wir uns heute in der Früh und sind damit, wie schon so oft recht gut gefahren. Um 6:30 schienen durch unser Seitenfenster schon orange-goldene Sonnenstrahlen herein und weckten uns! Ich freute mich wieder auf einen tollen Frühlingstag in den Bahamas. Doch fünf Minuten später war die Sonne hinter dicken Gewitterwolken verschwunden. Die Windstärke steigerte sich auf 25 Knoten, sodass die Wellen nicht nur höher wurden, sondern auch weiße Schaumkronen trugen. Wir standen auf, frühstückten und beobachteten die Wetterveränderung und entschieden, nicht zu segeln sondern das Gewitter vor Anker abzuwarten. Es dauerte nicht lange und wir merkten, dass sich die Gewitterzelle unserem Boot gefährlich näherte.

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Gegen einen Blitzeinschlag in den Masten konnten wir uns nicht schützen, aber zumindest die elektronischen Geräte (Computer, i-Pads, Handys) verstauten wir im Backofen. Warum? – wegen des Prinzips des Faradayschen Käfigs!
Ein Faraday-Käfig ist ein Metallkäfig bzw. ein von Metall umgebener Raum. Werden auf diesen Metallkäfig elektrische Ladungen z.B. durch einen Blitzeinschlag gebracht, so verteilen sich die elektrischen Ladungen auf dem Metallkäfig und dringen nicht in den Innenraum ein. Da ist man so vor einem Blitzschlag geschützt. Die Karosserien von Autos oder Flugzeughüllen sind solche FARADAY-Käfige. Man ist deshalb in einem Auto oder in einem Flugzeug vor einem Blitzschlag geschützt.
Das stellte schon der englische Physiker MICHAEL FARADAY (1791-1867) fest.
Quelle: https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik/artikel/faraday-kaefig

Die Wartezeit wollte ich gleich gut nützen und öffnete meine Braids, nachdem meine Haare schon recht stark nachgewachsen waren und die „karibische“ Frisur schon ein bisschen aus der Form geriet.

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Als ich (mit Gerhards Unterstützung als Meisterfriseur ☺) endlich alle Zöpfe geöffnet hatte und meine Krausefrisur sah, musste ich wieder an die Aussage meiner ältesten Enkeltochter denken. Als sie meine Braids beim Face-timen zum ersten Mal gesehen hatte, meinte sie: „Oma Petra, was hast du für eine lustige Frisur!“ – und das würde sie jetzt sicherlich wieder so empfinden!

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Als ich meinen Wuschelkopf wieder zu einem richtig „oma-mäßigen“ Top-Knot zusammengebunden hatte, merkten wir, dass wir Glück hatten. Die Gewitterzelle zog knapp bei uns vorbei, die Wolken lichteten sich, und die ersten Sonnenstrahlen blinzelten wieder durch die dicke Wolkenschicht hindurch.

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Geduldig erwarteten wir, während wir das Geschirr abwuschen, auch noch die niedrigeren Wellen, bevor wir um 11 Uhr zu unserem nächsten Ziel „Spanish Wells“ loslegten, das zur Insel Eleuthera gehörte. Als wir ablegten, schien bereits wieder die Sonne aus einem beinahe wolkenlosen Himmel, und das blieb so den ganzen Tag über!

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Diese Insel wurde im 17. Jahrhundert von 70 Bewohnern der Bermudas besiedelt, die vor der religiösen Intoleranz und der Glaubensverfolgung flüchteten. Sie nannten sich „Eleuthera Adventurers“. Eleuthera kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Freiheit“. Das Schiff mit den Siedlern kam vom Kurs ab und strandete auf einem Riff an der Nordspitze von Nord-Eleuthera, wo sie erst einmal in einer Höhle Unterschlupf fanden – in Freiheit – und deshalb gaben sie der Insel auch den Namen „Eleuthera = Freiheit“.

Heute zählt der Fischfang zu einem der Haupteinnahmequellen der Inselbewohner.

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Sie haben hier das höchste Pro-Kopf-Einkommen aller Bahamas-Inseln. Typisch ist auch der Ananas-Anbau in Nord-Eleuthera, der das Markenzeichen der Insel darstellt.

Wir liefen um 15 Uhr im Spanish Wells Harbour ein, der zwischen der Nordspitze von Eleuthera und der kleinen Insel St. George Cay liegt.

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Hier gab es mit kleinen Fähren einen ständigen Fährverkehr zwischen der Mini-Insel und der Mutterinsel.

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Mit dem Dingi fuhren wir dann in die nette Siedlung von St. George´s Cay, die eigentlich, obwohl nicht richtig „Spanish Wells“ genannt wird und machten hier einen ausgiebigen Rundgang.

Diese nette Stadt ist wirklich ein Juwel. Besonders beeindruckend waren die bunten Häuser mit den Veranden, alle mit netten, liebevollen Details verziert. Außergewöhnlich fanden wir die sehr gepflegten Vorgärten, die hier jedes Haus umgaben. Der Blütenreichtum, das Farbenspiel und im Hintergrund die grünen, saftigen Palmen waren so schön, wie wir es noch nirgends in der Karibik und auf den Bahamas gesehen hatten.

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Auch sahen wir hier das erste Mal das Wappen der Bahamas, dessen Bedeutung wir in Wikipedia nachschlugen.

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Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Wappen_der_Bahamas)

Das Wappen ist von Blau und Weiß geteilt, oben eine goldene, aufgehende Sonne. In der unteren Hälfte des Wappenschildes ist die Karavelle Santa Maria von Christoph Kolumbus mit goldenen Segeln abgebildet. Diese befindet sich seit 1971 im Wappen der Bahamas und soll an die Landung Kolumbus auf den Bahamas erinnern. Das Wappen enthält im Schild die Nationalsymbole. Schildhalter sind heraldisch rechts ein Marlin und links ein Flamingo.
Auf dem Schild ein goldener Helm mit blau goldenen Helmdecken. Helmkleinod ist eine Muschel auf einer blau-weißen Helmwulst von grüner Pflanze umgeben, was die Vielfalt des Meeres symbolisiert.
Das Postament zeigt rechts das Meer und links ein Landteil. Darüber liegt ein goldenes Band mit blauer Rückseite auf dem der englische Wahlspruch der Bahamas steht:
„Forward – Upward – Onward – Together.“ (vorwärts – aufwärts – weiter – gemeinsam)

Wie schon so oft, fotografierten auf dieser Insel wieder die Autoschilder.

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Bei unserem Rundgang kamen wir auch bei einem alten Schulbus vorbei, der als Küche für „Budda´s Snack Shack“ diente. Hier wollten wir einen kleinen Snack zu uns nehmen und uns gemütlich dem Inselflair hingeben.

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Da trotz kleiner, leckeren Snacks der bahamaischen Küche Gerhards Hunger noch nicht ausreichend gestillt war, peilten wir noch das Shipyard Restaurant an, das im Hafen lag, in dem wir als einziges Boot ankerten. Neben dem tollen Ambiente genossen wir hier ein vorzügliches, landestypisches Essen mit Cracked Conch und Conch Chowder Soup. Als Sundowner probierte Gerhard noch einen „Bahama Mama“, einen Cochtail, der aus Rum, Kokosnussrum, Grenadinensaft, Orangensaft und Ananassaft besteht.

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Wieder auf der SanVerDa mussten wir beim Schreiben des Blogs feststellen, dass wir trotz Gewitters in der Früh einen tollen Tag gehabt hatten und das Eleuthera eine Trauminsel ist, die später vielleicht noch einmal besuchenswert wäre.

Ein Lied beschreibt sehr gut die Stimmung, die man hier auf Eleuthera einfängt! Der Song „Eleuthera“ von 1993 stammt aus der Feder des US-amerikanischen Rockstars Lenny Kravitz. Seine Mutter wurde hier geboren. Er selbst hat sich auf der Insel eine lange Auszeit gegönnt und sich dann ein Tonstudio in der Nähe von Gregory Town gebaut. Bei Sonnenuntergang genossen wir diesen Song.

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Eleutheria
Lenny Kravitz

My life is perfect
because I accept it as it is.
The sunshine is shining
because it is what it is.

What a beautiful feeling it’s bringing,
all the birds in the sky are singing.

Eleutheria the fire is burning!
Eleutheria the tables are turning!

A new day is dawning
because it is time for a change.
With new consciousness forming,
there comes a new day.

Oh we got to got to keep on trying,
when the children are cold and alone
and are crying.
You got to understand.

Eleutheria, the bells are ringing!
Eleutheria, the people are singing!
Eleutheria, the people are yearning!
Eleutheria, this world keeps on turning!
Turning!

What a beutiful feeling
it’s bringing.
All the birds in the sky are singing.
You got to understand

Eleutheria, the fire is burning!
Eleutheria, the tables are turning!
Eleutheria, the bells are ringing!
The people keep singing!

The fire is burning,
the tables are turning.
Got to keep on,
keep on keeping on.

Abschied von den Exuma Cays

Nach acht Tagen Aufenthalt in den traumhaften Exuma Cays müssen wir sie nun wieder verlassen. Von diesen hunderten von kleinen Inseln – die aber fast alle einen Namen tragen ☺ – waren die meisten unbewohnt und lockten mit ihren wunderschönen Stränden im türkisfarbenen Meer. Außerdem sahen wir viele Privatinseln, die meist eigene Landeplätze für Flugzeuge besitzen, aber für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Manches Mal entdeckten wir auch bewohnte Inseln, was wir als willkommene Abwechslung gerne annahmen, war doch die Anzahl der Menschen, die dort wohnten überschaubar. Die Exuma Cays sind wahrscheinlich deshalb so ursprünglich geblieben, da man sie nur per Boot oder Privatflugzeug erreichen kann. Das macht sie aber auch so exquisit, weil man hier fast überall alleine ist und die Natur – und wirklich sonst gar nichts – genießen kann. Für uns waren die Cays deshalb ein echtes Highlight! ☺

Die Exuma Cays liegen zwar nicht direkt im Atlantik, aber an ihrer Ostküste wird der Exuma Sound bis zu 1.800m tief. An der Westküste sind die Gewässer der Great Bahama Bank (Exuma Banks), die recht flach sind. Genau diese Seite motorten wir heute entlang, als wir die Exuma Cays verließen.

Als letzte Inseln besuchten wir Allen´s Cay und Leaf Cay, um nochmals die für hier typischen und etwas furchterregend aussehenden, aber sanften Leguane (eine der sieben Unterarten der Bahamian Rock Iguanas) zu sehen. Unsere Gemüsevorräte neigen sich zwar schon dem Ende zu, aber ein bisschen Kraut konnten wir schon entbehren, um ihnen einen kleinen Leckerbissen als „Gastgeschenk“ mitzubringen.

Als wir gerade in unser Dingi stiegen, hörten wir lautes Motorengeräusch und drei Speedboote von „Adventure Tours“ voll mit Touristen legten an einem kleinen Strand an, um ebenfalls die Leguane zu sehen.

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Da uns dieser Trubel weniger gefiel, steuerten wir einen kleinen Strand daneben an, wo wir mit den kleinen Drachen alleine waren.

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Zuerst entdeckten wir nur einen kleinen Leguan im Sand. Als wir dann unsere geschnittenen Krautstücke ins Gebüsch warfen, kamen die viele Drachentiere hervorgeschossen. Vorsichtig schauten sie sich um, ob die Gefahr nicht zu groß war und dann schnappten sie rasch nach den Krautblättern – eine Freude zum Zusehen. Da die Tiere geschützt sind, gibt es sie auf diesen drei Inseln, die von ihnen bewohnt werden, zu Hauf. So dauerte es nicht lange und ich war von zwölf Tieren umgeben. Gerhard schaute inzwischen zu einem alten Haus, dass hinter dem Strand stand und auch dieses wurde nur noch von den Iguanas bewohnt.

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Mit dem Dingi fuhren wir dann noch zur Allen´s Cay, da wir aber nichts mehr zum Verfüttern hatten, landeten wir nicht mehr an, sondern fuhren zur SanVerDa zurück.

Inzwischen war die Ebbe auf ihrem Tiefststand, sodass die Besatzung von unserem Nachbarboot auf der Sandbank neben unserer SanVerDa schon nur mehr bis zum Nabel im Meer stehend planschen konnten.

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Nun hieß es wieder einmal eine längere Fahrt mit unserem Katamaran zurückzulegen, und wir freuten uns darauf schon wieder sehr.

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Da der ganze Bereich unserer heutigen Segeltour in den flachen Banks lag, erschien uns zum Segeln zu gefährlich. Einen Teilabschnitt hatten wir zu durchfahren, der nur so gespickt war von Korallenköpfen. Diese sind teilweise in Seekarten eingezeichnet (rote Markierungen), aber man muss sich trotzdem eher auf das, was man selber sieht, verlassen. So saß ich über zwei Stunden vorne im Bugsessel, schaute angestrengt ins Meer, um Hindernisse rechtzeitig zu erspähen und dirigierte Gerhard wieder durch die Korallenköpfe. Um die Situation zeitgerecht einschätzen zu können, versuchte Gerhard einen besseren Ausblick auf das Meer vom Steuerstand aus zu bekommen und so gelang uns bei steigendem Wasser (Flut) die Fahrt ohne Zwischenfälle! ☺

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Kurz vor 17 Uhr ankerten wir mitten im Meer neben der Insel „Six Shilling Cay“, das sich schon gegenüber von Nord-Eleuthera befindet. Wir hatten den ganzen Tag tollen Sonnenschein, was für diese Fahrt unbedingt notwendig war. Hätten wir diesen nicht gehabt, wäre eine Fahrt zu gefährlich gewesen, da das Meer ohne Sonne einfach nur schwarz aussieht und man keine Korallenköpfe ausnehmen kann. So müssen wir heute wieder einmal eingestehen, dass wir zu den absoluten Glückspilzen zählen und bedanken uns dafür beim lieben Gott! ☺

Trotz starker Strömung sprangen wir dann noch zur Abkühlung ins Meer und genossen die untergehende Sonne am Deck.

Unser Dingi brachte uns immer ohne zu murren ans Ziel unserer Träume!

Seit acht Monaten unterwegs sahen wir so viel Wunderschönes! Zu den Ländern und Inseln brachte uns immer zuverlässig unsere SanVerDa, aber das letzte Stück zu den gewünschten Orten waren wir meist mit unserem Dingi unterwegs, da dann das Wasser für ein Segelboot einfach zu flach wurde. Unser großes Hercules-Beiboot wird von einem kleinen 2,3 PS starken Honda-Motor angetrieben. Das bedeutete für uns, dass wir zwar nicht schnell unterwegs sind, aber dafür können wir die Fahrt richtig genießen, alles genau betrachten und sogar Fotos schießen. (Wenn es einmal schneller und weiter gehen muss, dann haben wir noch einen 17 PS Motor dabei – dann fliegen wir beinahe! ☺) Für Gerhard bedeutete das jedoch, oft mehrmals am Tag das Beiboot ins Wasser zu lassen und dann wieder zu versorgen.

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Das Dingi führten wir immer auf der Davits-Halterung unter den Solarpaneelen unseres Katamarans mit.

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Bevor man das Beiboot versorgen kann, muss der Motor abgenommen werden (außer für sehr kurze Strecken bei ruhiger See) und an der Halterung an der Reling unseres Segelbootes befestigt werden. Danach wird das Beiboot im Wasser in zwei Seilzügen eingehängt, mit denen der Skipper schließlich das kleine Boot hinaufziehen kann. Damit es nicht so stark schaukelt und gegen den Rumpf des Kats schlägt, bindet Gerhard es immer mit einem Tau am Boot fest.

Außerdem führen wir für unser Beiboot in einem kleinen Kanister Benzin mit, um es immer und überall auftanken zu können, wenn erforderlich.

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Unser Beiboot gewinnt sicherlich keinen Schönheitswettbewerb, da es schon etwas abgenützt ist! Aber egal, wo wir hin wollten, unser Dingi brachte uns verlässlich genau dorthin und wir sind wirklich sehr dankbar dafür und wissen es zu schätzen.

In der Früh erreichten wir nach 5 Seemeilen schon die Insel Shroud Cay, wo wir wieder einmal – aber das erste Mal für heute – unser Dingi beanspruchten. Shroud ist eine etwas andere Insel – sie besteht teilweise aus Mangroven. So fuhren wir mit unserem Beiboot eine Mangroven-Straße hinein und planten eigentlich bis zur Ostküste zu gelangen, wo wir dann eine Anhöhe hinaufsteigen wollten. Leider spielten wieder einmal die Gezeiten nicht ganz mit. Es war gerade „Niedrigstwasser“ als wir durch die Mangroven tuckerten, so niedrig, dass wir zuerst versuchten, das Dingi über die Sandbänke zu ziehen und dann unser Vorhaben aufgaben, da das Warten auf mehr Wasser einfach zu lange gedauert hätte.

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So segelten wir nach diesem kurzen Zwischenstopp weiter zur Highbourne Cay, wo wir um 13.00 Uhr anlandeten. (Highbourne Cay liegt nicht mehr im Exuma Cays Land and Sea Park, gehört aber zu den Exuma Cays.) Hier aßen wir zuerst zu Mittag bevor wir uns auf das Internet stürzten. Wir besitzen zwar eine SIM-Karte für die gesamten Bahamas, doch bis jetzt waren hier so viele Inseln unbewohnt bzw. ohne Sender, dass wir immer wieder zwei bis drei Tage ohne Internet auskommen mussten. So auch die letzten beiden. Wir benötigen Internet nicht nur für unseren Blog, sondern auch um unsere nächsten Reiseziele herauszufinden bzw. um Seekarten zur Unterstützung unserer elektronischen Seekarten zu befragen. Immer wieder passen nämlich die Tiefenangaben auf der Karte nicht mit der Realität zusammen – was wir ja wissen. ☺ Manches Mal helfen uns da Erfahrungsberichte von Seglern und deshalb freuen wir uns immer, wenn wir das Internet benützen können, weil es uns das Leben etwas erleichtert!

Nachdem wir eine Marina für die nächsten Tage vorreserviert hatten, kam wieder unser Dingi zum Einsatz, wollten wir doch zum „Octopus Garden“ schnorcheln fahren. Da hier jedoch die Strömung zu gefährlich war, peilten wir die „Highbourne Rocks“ an und was wir da sahen war einfach fantastisch! Hier befanden sich Korallenköpfe mit vielfältigstem Bewuchs – von weichen und harten Korallen, von Schwämmen – in allen nur erdenklichen Farben. In den Korallen versteckten sich wieder Schwärme von bunten Fischen. Solche tollen Korallenköpfe, wie wir sie heute erblickt hatten, konnten wir bisher noch nicht entdecken. Obwohl wir schon so viel beim Schnorcheln gesehen haben, überrascht uns die Natur trotzdem immer wieder mit wunderschönen Objekten.

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Da mir schon kalt wurde und das Salzwasser die Kratzer von der gestrigen Wanderung auf meinen Beinen so aufgeweicht hatte, dass die Wunden wie Feuer brannten, mussten wir schweren Herzens wieder mit dem Dingi an Land fahren. Wir ankerten gerade vor einem Strand, bei dem der Wald, in dem sogar Orchideen wuchsen, bis zum Sandstrand herunter reichte. Bei unserem Strandspaziergang zwitscherten die Vögel und mit dem Blau, Weiß und Grün war für uns die Idylle perfekt.

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Am Abend tuckerten wir wieder zur SanVerDa zurück. Während Gerhard das Dingi versorgte, wusch ich wieder einmal Wäsche und nach dem Abendessen studierten wir sorgfältigst die Seekarten und Segelberichte, um für morgen eine geeignete Segelroute herauszufinden … und das alles bei lustigem Vogelgezwitscher vom Strand! ☺

Wandern und Klettern in Hawksbill Cay

Hawksbill Cay ist eine andere unbewohnte Insel im Exuma Land & Sea Park. Um die Schönheit einer weiteren Insel im Meeresschutzgebiet kennenzulernen, verbrachten wir hier den heutigen Sonntag. Vor einem wunderschönen, weißen Sandstrand gingen wir vor Anker.

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Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Dingi an Land und machten uns entlang des Strandes auf die Suche nach dem Beginn eines Trails. Dieses Mal hatten wir Glück und brauchten nicht lange zu suchen. Ein Pflock neben einer kleinen Holzbank markierte den Einstieg in den Fußweg und weiter führten uns kleine Steinmännchen und grüne Markierungen aus Tauen.

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Zuerst marschierten wir durch dichte Palmenwälder auf Sand- und Steinwegen teilweise auf ganz ebenen Strecken, teilweise auf steilen Pfaden. Mit den Trecking-Sandalen hatte ich ein sehr geeignetes Schuhmaterial ausgewählt. Gerhard wollte nicht die Turnschuhe anziehen, war sich aber nicht sicher, ob er überall mit Flip-Flops wandern konnte und trug deshalb – passend zur grünen Markierung – seine Wanderschuhe im grünen Sackerl mit sich! ☺

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Im 18. Jahrhundert gab es auf dieser Insel eine Siedlung und die Ruinen von dieser wollten wir uns anschauen. Nach einer Stunde Wanderung entdeckten wir die ehemalige Streusiedlung, die Russell-Ruinen. Wir fanden die Kochstelle, wo davor sogar noch die Conch-Muscheln lagen, zwar schon stark verwittert, aber noch gut erkennbar und verschiedene Mauerreste von einigen Häusern.

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Da wir gerne Neues entdecken, wanderten wir nicht mehr den Trail zurück, sondern kletterten über die Klippen der Küste entlang zu unserer SanVerDa. Was wir zu Beginn nicht wussten, dass dies die höchste Schwierigkeitsstufe im „Klippen-Kletter-Garten“ werden würde. ☺ Aber wir meisterten den Rückweg, der wunderschön und ein tolles Erlebnis war, mit Bravur und vor allem ohne Verletzungen (abgesehen von den Kratzern, die unsere Beine abbekommen haben!).

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Beim Klettern kamen wir ganz schön ins Schwitzen, so, dass wir uns schon auf eine Abkühlung im Meer freuten!

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Gemütlich ließen wir den Nachmittag ausklingen, bevor wir uns zum Abendessen, Steaks mit Süßkartoffeln und Kürbisgemüse kochten.

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Unberührtes Meeresschutzgebiet „Exuma Cays Land & Sea Park“

In den Exuma Sounds (= auf der Atlantikseite – im Westen der Exuma Cays) segelten wir in Richtung Norden zur Cambridge Cay, wo wir nach zirka zwei Stunden wieder in die Exuma Banks hineinfahren konnten. (In den Banks wäre für uns kein Durchkommen gewesen!)

In dieser Durchfahrt wollten wir gerne im Korallengarten und im „Tom´s Elkhorn Reef“ schnorcheln. Die Strömung war jedoch so stark, dass weder ein Anhalten noch ein Schnorcheln für uns möglich war. Also motorten wir weiter bis zur Pasture Cay, wo wir unseren nächsten Schnorchelversuch starteten. Mit dem Dingi fuhren wir zu einer Boje, wo wir zu einem Flugzeugwrack aus dem Jahre 1980 schnorchelten. Senkrecht steckt es in einem Riff! (Kein Wunder, dass es hier in den Exuma Cays nicht nur Schiffswracks zu finden sind, denn die Leute, die nicht mit ihrem Boot in diesem Gebiet unterwegs sind, fliegen anscheinend mit ihrem Privatflugzeug oder –hubschrauber und die Dichte ist enorm!)

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Von der Cambridge Cay bis zur Little Wax Cay erstreckt sich dieses Land- und Meeresnaturschutzgebiet (35km Länge). Das Ziel des Nationalparks ist es, sichere und saubere Häfen mit Bojen anzubieten, damit die Anker der Boote nicht die Unterwasserwelt zerstören und ihre Abfälle das Meer verschmutzen. Außerdem achten Ranger auf den Fischbestand und die Lebewesen und Pflanzen unter und über dem Wasser, damit sich diese ausreichend vermehren und ihren Lebensraum behalten. Man darf hier weder fischen, noch Muscheln sammeln oder Pflanzen pflücken – alles wird streng kontrolliert und empfindlich hoch bestraft. Nur tolle Eindrücke und Fotos darf man mitnehmen – das kann man jedoch zur Genüge! ☺

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Mit diesem Wissen fuhren wir in das Meeresschutzgebiet hinein und machten unseren zweiten Halt bei der O´Brien Cay beim „Sea Aquarium“ – einem tolles Riff, wo einem sogar die Fische aus der Hand fressen. (Wir befestigten unser Dingi an einer der beiden Bojen, die vom Nationalparkmitarbeitern hier gesetzt wurde.) Nur ein bisschen unter die Wasseroberfläche getaucht, fühlten wir uns sofort wie bunte Fische unter schillernden Regenbogenfischen! Streckte man die Arme aus, dann kamen diese sogar näher und hätten wir Brot mitgenommen, dann hätten sie es sicher aus unseren Händen gefressen! Auch die Riffe mit den unterschiedlichsten, farbenprächtigen Korallen waren wie in einer Traumwelt. Das Wasser erschien glasklar und die Sonne spiegelte sich darin – man konnte und wollte sich einfach nicht satt sehen!

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Bei der Weiterfahrt passierten wir die Privatinsel Little Hall´s Pond von Johnny Depp. Wir konnten jedoch nur die Rückseite seiner Villa sehen.

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Da wir noch Warderick Wells Cay erreichen wollten, mussten wir wiederum die Exuma Banks verlassen und in den Exuma Sounds – im tieferen Wasser – in Richtung Norden segeln. Die Sonne meinte es heute gut mit uns, der Wind eher weniger und so rollten wir unsere Genua wieder weg und motorten zu unserem Ziel.

In Warderick Wells Cay steht auch das Hauptquartier vom „Exuma Cays Land and Sea Park“ und dort bekamen wir eine, der noch freien Bojen, zugeteilt.

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Es gab im Büro auch etliche Plakate mit den geschützten Tieren und Pflanzen hier im Meeresschutzgebiet, die wir uns interessiert durchlasen.

Danach entdeckten wir in einer Vitrine „Stinky“, die Knochen eines 2010 hier gestrandeten Pilotwals.

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Viel eindrucksvoller waren aber am Strand die Reste eines Walskelettes. 1995 war dieser Wal hier in Warderick Wells Cay gestrandet.

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Danach freuten wir uns, endlich wieder einmal eine kleine Wanderung machen zu können. Wir wählten den Trail durch die Mangroven zum Boo Boo Hill.

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Schon der Pfad, der ebenfalls vom Nationalparkangestellten beschildert (man erfuhr so einiges über die Flora, die Fauna und die Insel) und mit Markierungen versehen wurde, war eine Wanderung in einer einmalig schönen und vielfältigen Landschaft.

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Gerhard war nicht nur von den Pflanzen, die hier ohne Süßwasser auskommen müssen, begeistert. Besonders die skulpturale Wuchsform der Sträucher hatte es ihm angetan.

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Am höchsten Punkt unseres Wandertrails befand sich der Boo Boo Hill. Wir waren zuerst ein bisschen über den Namen verwundert, bis wir dann auf einer Tafel die Sage über den Boo Boo Hill lasen:

In einer stürmischen Nacht sank vor vielen Jahren vor Warderick Wells ein Schoner, weil er auf Grund lief. Alle Seeleute kamen dabei ums Leben und nicht eine Leiche wurde christlich beerdigt. Der Sage nach hört man bei Vollmond Stimmen von verlorenen Seelen, wenn sie ihre Hymnen singen und weil das ähnlich wie „Boo Boo“ klingen sollte, wurde der Hügel auch so benannt. ☺

Als wir weitergingen, entdeckten wir auf dem ersten Blick einen „Haufen von Schwemmhölzern“. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir jedoch, dass sich hier Segler und ihre Crews auf einem Schwemmholzstück verewigt hatten. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen. Da ich schon irgendwo davon gelesen hatte, wusste ich davon. Deshalb suchte ich schon auf dem Weg dorthin ein geeignetes Stück Holz, das wir zur Erinnerung – mit unseren Namen und dem des Schiffes zusammen mit dem heutigen Datum vermerkt – hinterließen! Die Menschen machen das, weil sie hoffen, dass dadurch ihr Schiff und die Crew beschützt werden – und das kann ja nicht schaden, oder?

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Schon auf dem Weg zum Boo Boo Hill fielen uns unzählige bildhübsche Echsen auf, die durch den Sand und über die Klippen huschten. Da sie anscheinend auch wissen, dass man hier im Nationalpark auf sie achtete und dass ihnen hier nichts passieren konnte, wurden sie ganz schön frech. Während wir es uns auf einer Bank zum Schreiben des Schildes gemütlich gemacht hatten, erkundete ein kleiner „Drache“ neugierig Gerhards Zehen – und sie dürften ihm gefallen haben, denn er verweilte dort ganz schön lange! ☺

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Als wir wieder am Strand waren, sahen wir, dass auch hier starke Ebbe Meeresgrund zu Tage brachte, ähnlich wie gestern bei den Pipe Creeks. Außerdem hatten sich wieder bedrohliche Gewitterwolken gebildet. Leider hatten wir kein Internet zur Verfügung (da es auf den Inseln hier keine Sender gibt) und so konnten wir nicht feststellen, ob eine Schlechtwetterfront im Anflug war. Wir hoffen, dass es sich nur um etwas unbeständiges Frühlingswetter handelt, wie es auf den Bahamas um diese Zeit üblich ist.

Slalom-Olympia-Lauf und Fußmarsch mitten im Meer

Als wir in der Früh Staniel Cay verließen, wussten wir schon, dass uns heute eine besonders heikle Passage bevorstand. Aber wen wundert es? Befinden wir uns doch in den Bahamas und das Wort kommt vom Spanischen „baja mar“, was so viel bedeutet wie „flaches Meer (Wasser)“.

So kurvten wir – geschickt wie Marcel Hirscher – nicht durch die Tore sondern durch die Felsspitzen und versuchten wie der Superstar bei einem anspruchsvollen Olympia-Slalom die Spurrillen nicht im Schnee sondern im Wasser auszunützen.

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Das gelang uns so lange recht gut, bis uns die Ebbe ein Schnippchen schlug. Annähernd am Ziel, konnten wir keine Spurrinne in der Sandbank im Meer finden. Plötzlich spürten wir, wie die linke Kufe schon leicht im Sand kratzte. Der Tiefenmesser zeigte 1,20m Wassertiefe an, das war genauso tief, wie der Tiefgang unseres Bootes war. Schnell legte Gerhard den Retourgang ein, um von der Strömung nicht weiter vorwärts geschoben zu werden. Zum Glück waren wir so langsam unterwegs, dass wir das problemlos machen konnten und schon zeigte unser Echolot wieder 1,40m Wassertiefe. Wir atmeten erleichtert auf und ankerten an dieser Stelle, um die Flut abzuwarten, die uns wieder mehr Wasser unter unseren Kufen bescheren sollte. Wir maßen die Wassertiefe sicherheitshalber mit dem Bootshaken nach, auch um feststellen zu können, um wie viele Zentimeter sich der Wasserspiegel schon gehoben hatte.

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Die Wartezeit nützte Gerhard sofort, um das Unterwasserschiff wieder zu reinigen. Praktisch, denn dieses Mal brauchte er nicht Flossen und Taucherbrille putzen, sondern konnte einfach rund um die SanVerDa marschieren und Algenbewuchs mit einer Plastikspachtel abkratzen. ☺

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Nach einer halben Stunde war dann der Wasserstand so weit gestiegen, dass wir ohne Bodenberührung über die Sandbank kamen. Es dauerte nun nicht mehr lange und wir ankerten vor der Compass Cay Marina.

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Mit dem Dingi fuhren wir die Mangroven-Straßen hinein und wollten einen Natur-Pool suchen, von dem ich einen Bericht gelesen hatte und den man bei Flut gut entdecken konnte. Wir fanden ihn leider nicht, genossen aber die sonnige Fahrt im Labyrinth der Mangroven, die sehr idyllisch war.

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Wieder an Bord entschlossen wir uns, für unseren nächsten „Programmpunkt“ einen anderen Ankerplatz zu wählen. Ein kleines Stückchen fuhren wir wieder zurück in die Pipe Creeks. Genau informiert über die Zeiten von Flut und Ebbe und den Wasserstand an diesem Ort, wählten wir diesen aus und waren damit sehr zufrieden.

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Nun mussten wir noch bis 17.20 warten, wo Niedrigwasser in diesem Gebiet angesagt war. Pipe Creek ist ein Bereich auf einer riesigen Sandbank zwischen kleinen Felsen und Inselchen, das bei Ebbe trocken fällt. Beim Tiefststand des Meeres tuckerten wir mit dem Dingi in den Spurrillen der Sandbänke entlang bis zu einer trockengefallenen Stelle. Hier stiegen wir aus, legten den Anker sicherheitshalber in den Sand und marschierten auf den Sandbänken mitten durch das Meer. Wer kann das schon? ☺ Der Sand war warm, weich und sehr geschmeidig und wir genossen eineinhalb Stunden lang den tollen Strand, von dem wir wussten, dass er mit der nächsten Flut wieder verschwand.

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Durch die wechselnden, sehr starken Strömungen sah man sowohl im Sand als auch im Flachwasser daneben richtige Stufen. So dürften auch solche großen riesigen Sandbänke entstehen, wie hier in Pipe Creek.

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Besonders das Lichtspiel mit dem türkisen Wasser war sehr eindrucksvoll. Leider schien am Nachmittag die Sonne nur durch eine dünne Wolkenschicht hindurch, was dem Wasser ein bisschen seine Leuchtkraft nahm!

Im Sand fanden wir viele Schnecken, die kurze Zeit später schon wieder geschützt unter Wasser lagen.

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Das Naturschauspiel genießend wateten wir schließlich schon wieder ein bisschen im Meer. Mit der Rückfahrt mussten wir noch ein Weilchen warten, damit der Wasserstand so hoch war, dass wir mit unserem Dingi wieder zur SanVerDa zurückfahren konnten, ohne mit dem Propellerrad des Dingi-Motors im Sand zu streifen.