Inselrundfahrt auf St. Kitts

Gestern vereinbarten wir schon telefonisch mit der Firma Thrifty Rental Car, dass wir für heute einen Mietwagen benötigten. Um 9 Uhr wurden wir von einem Taxiservice-Dienst der Firma abgeholt und zum Firmensitz gebracht. Ganz unkompliziert wurden unsere Daten aufgenommen und eine Viertelstunde später hatten wir den Schlüssel für unser Mietauto in der Hand, einen Suzuki Celerio in Perlweiß.

Nun konnte unsere Inselrundfahrt losgehen. Gestern sahen wir auf der Rundfahrt mit dem Zug alles von einer ganz anderen Perspektive als heute und das war wirklich interessant. Wir starteten die Tour von Basseterre aus und fuhren gegen dem Uhrzeigersinn Richtung Norden.

So kamen wir wieder bei den Brücken und den „(un)beschrankten“ Bahnübergängen der Schmalspurbahn vorbei. (Der Bedienstete musste den Schranken erst über die Straße legen. Auf der anderen Seite hielt er mit einer roten Fahne den Autoverkehr auf – also doch ein halb unbeschrankter Bahnübergang!) Genauso sahen wir die unzähligen aufgelassenen Zuckermühlen, deren Rauchfänge und Windmühlen immer noch in der Landschaft prominent ersichtlich, obwohl sie schon lange aufgelassen sind. Auf St. Kitts gibt es offiziell keine Rumproduktion mehr.

Bei der Zugfahrt ist uns das noch mehr aufgefallen als heute bei der Autofahrt, wie achtlos die Menschen hier mit Müll umgehen. Es wird alles einfach irgendwo mitten in der Landschaft entsorgt, egal ob Hausmüll oder alte Autos. Besonders im Osten des Landes, wo eher die ärmeren Leute in kleineren Orten wohnen, ist uns das extrem aufgefallen.

Im Norden hatten wir eigentlich vor, bei unserem Segeltörn nach St. Eustatius eine Bucht anzusteuern, die Dieppe Bay, von der wir gelesen hatten, dass es da ein großes Riff zum Schnorcheln gibt. Als wir aber die Wasserlandschaft hier sahen, wussten wir, dass man in dieser Bucht weder sicher ankern, noch bei der starken Strömung schnorcheln konnte. Auch hier dürfte vor längerer Zeit ein Hurrikan viel zerstört haben. Die in der Seekarte eingezeichnete Mole ist nicht mehr vorhanden. Der Strand sieht schmuddelig aus und die Menschen leben und arbeiten hier sehr einfach. Die Fischer plagen sich gegen die Strömung mit ihren Booten hinaus zum Riff und die Männer vom Ort schlachten hier ihre Ziegen, waschen das Fleisch gleich anschließend im Meer und zerteilen das Tier auf einem angeschwemmten Baumstamm. Was sie nicht brauchen werfen sie ins Meer oder es bleibt liegen.

Als wir die Westküste wieder in Richtung Süden fuhren, war unser erster Halt bei dem UNESCO Weltkulturerbe, dem Brimstone Hill Fortress. Diese Festung wird auch „Gibraltar der Karibik“ genannt und wurde von Sklaven im 17. Jahrhundert in einem Zeitraum von über 100 Jahren erbaut.

Bei unserer Besichtigung der Festung gingen wir durch Festungstore auf eine zinnengekrönte Aussichtsplattform, sahen die unzähligen Kanonen, die heute noch auf die benachbarten Inseln zielen, bestaunten, was damals die Sklaven unter unmenschlichen Bedingungen errichten mussten. Wir bewunderten auch die geniale Aussicht. Schön und sehr interessant waren die Exponate im Fort George Museum.

1985 erklärte die Britische Königin Queen Elizabeth II diese Festungsanlage zum Brimstone Hill Fortress Nationalpark.

Nicht weit entfernt in Middle Island steht die älteste anglikanische Kirche der Karibik, die St. Thomas Church. Sie wurde gerade renoviert. Im Friedhof vor der Kirche befinden sich die Gräber der beiden berühmten Männer aus St. Kitts, von Thomas Warner und Sam Jefferson. Kapitän Thomas Warner landete 1623 mit einer Gruppe von 16 Briten in Old Road Town und gründete die erste britische Siedlung in der Karibik und wurde erster Gouverneur West Indiens. Sam Jefferson war Vorfahre des 3. Präsidenten der Vereinigten Staaten.

Sehr idyllisch war auch der Besuch auf der alten Zuckerplantage Wingfield Estate, wo man die Ruinen besichtigen und noch die komplexe Architektur des Aquädukts bestaunen konnte, die das Wasser aus dem Wingfield Fluss zur Plantage beförderte.

Ein schönes Ziel auf unserer Route gleich daneben war das einstige Plantagehaus Romney Manor, dessen Besitzer Sam Jefferson, der Ur-Ur-Großvater von Thomas Jefferson, dem 3. Präsidenten der Vereinigten Staaten war. Später verkaufte Jefferson das Haus an Romney Manor.

Im Gelände von Romney Manor, das gleich neben dem Regenwald an den Hängen des Mount Liamuiga liegt, gibt es das Great House und einen schönen tropischen Garten mit riesigen Bäumen z.B. den Regenbaum (Albizia saman), der das herrschaftliche Haus aus dem 17. Jahrhundert umgibt.

Typisch für die Karibik sind feine Batikarbeiten. Das Romney Manor Great House beherbergt nun die „Caribelle Batiken“. Sie werden hier in diesem Haus von Künstlerinnen produziert. Die Exponate sind teilweise reine Kunstwerke oder wunderschöne Kleidungstücke und Accessoires. Ein so ein schönes Erinnerungsstück erstand ich schließlich, da ich die farbenfrohe Batik an und für sich sehr gerne mag.

Als die Inselrunde komplett war, schlossen wir noch die Fahrt in den äußersten Südosten, zur Halbinsel südlich von St. Kitts an. Von einem traumhaften Aussichtspunkt konnte man beinahe die komplette Halbinsel überblicken. Außerdem sahen wir von der Straße aus die White House Bay, in der wir vor zwei Tagen geankert hatten, und besuchten die South Frigate Bay und die Cockleshell Bay, sehr beliebte Badestrände, die aber um 6 Uhr abends schon menschenleer waren und die wir voraussichtlich am Samstag als nächstes Segelziel ansteuern werden.

Bei unserer Rückfahrt musste Gerhard einige Male kräftig bremsen, da wild lebende Affen über die Fahrbahn liefen. Sie saßen mit ihren Familien am Straßenrand, genossen die untergehende Sonne und nahmen sich gegenseitig das Abendessen weg.

Eine Antwort auf „Inselrundfahrt auf St. Kitts“

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