Zusammentreffen mit Foxy, einer lebenden Legende

Heute planten wir, nur zum Spaß (und auf Wunsch) der anwesenden Crew einen längeren Segeltörn zu unternehmen. Wir starteten in der Cane Garden Bay und segelten östlich vorbei an unserem eigentlichen Ziel, der Insel Jost Van Dyke, in Richtung Norden (South Carolina) bei traumhaftem Sonnenschein. Nach zwei Stunden segeln mit gutem Wind und über 8 Knoten Geschwindigkeit wendeten wir schließlich und segelten zurück nach Jost Van Dyke, genauer gesagt in den Great Harbour zum Ausklarieren.

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Alle Schiffspapiere und Pässe im Rucksack, machten wir uns auf den Weg zur Immigration und zum Zoll. Der Polizeibeamte las zuerst etwas uninteressiert in einem Gesetzbuch. Als wir kamen, füllten wir zuerst die Formulare aus und danach fragte er uns, wie es uns hier gefallen hatte. Ich plauderte mit ihm und erzählte von unseren Eindrücken und davon, wie verunsichert wir waren, überhaupt hierher zu kommen. Er versicherte uns, dass wir richtig gehandelt hätten, stand auf und schüttelte mir lange die Hand und meinte, wir sollten allen davon erzählen, damit die Touristen wieder kommen würden. Wir versprachen das und gingen dann weiter zum Mittagessen.

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Auch hier war das Lokal leer, nur die eigentliche Familie war anwesend. Eine Menükarte gab es nicht, aber die Dame schlug uns vor, BBQ-Chicken mit Salat und Gemüse zu kochen. Zufrieden stimmten wir zu, setzten uns zu Tisch und beobachteten das rege Treiben, das unser Kommen ausgelöst hatte. Während zwei Damen in die Küche verschwanden, plauderte ich ein bisschen mit dem kleinen Mädchen.

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Inzwischen bediente uns die Großmutter und brachte die Getränke. Später legte die Mutter die Hühnerteile auf den Grill und wir schauten zu, wie sie das BBQ-Huhn zubereitete. Das Essen wurde dieses Mal für alle auf einer Platte und in einer großen Salatschüssel serviert und jeder konnten sich nehmen, so viel er wollte. Das Essen schmeckte wieder sehr lecker und alle waren zufrieden.

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Dann gingen wir zur legendären Foxy´s Bar – von der wir schon öfter gelesen hatten und eigentlich dachten, dass es sie nicht mehr geben würde. Wir waren sehr überrascht, machten Fotos und reservierten Plätze für das Abendessen. Früher standen noch Palmen vor dem Lokal, jetzt sieht es ohne Palmen zwar auch recht hübsch aus, aber die Exotik fehtl!

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Als wir gerade wieder auf das Boot zurückfahren wollten, entdeckte Fritz, dass ein kleines Grüppchen von Menschen mit dem Rücken zu uns stand und wollte wissen, was es da Interessantes gab. Zu unserer Überraschung sahen wir hier Foxy persönlich singen, was sehr selten ist, da er im September schon 80 Jahre alt wird. Wir sprachen mit ihm, er erzählte ein bisschen, sang für uns und spielte eine heiter, sarkastische Ballade über „Irmaria“.
„Achtung, hier kommt lebendiges Gold!“, meinte er, als ein Sack voll Lobster angeliefert wurde. Unauffällig verschwand er wieder in seine Privatgemächer.

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Schon seit Jahrzehnten ist sowohl bei Tag als auch am Abend Foxy´s Bar ein Anziehungspunkt. Foxy ist eine herausragende Persönlichkeit der Insel. Er ist ein Original – ein Musiker, ein Geschichtenerzähler und ein Schauspieler. Bei ihm stranden jeden Abend Segler aller Nationen – selbst in diesen Zeiten, wo wir kaum Menschen in den Lokalen treffen – war beinahe das ganze Erdgeschoß besetzt. Foxy hatte Glück, denn beide Hurrikans hatten bei seinem Lokal und auch bei seinem Privathaus nur wenige Schäden angerichtet,wie er uns erzählte.

Gerhard kaufte dann zur Erinnerung noch ein Shirt aus Foxy´s Boutique. Danach tranken wir noch in seiner Bar ein Bier, bevor wir zur SanVerDa fuhren. Schnell geduscht machten wir uns kurze Zeit später wieder auf den Weg zu Foxy´s zum Abendessen. Es war sehr exquisit und danach tanzten wir noch zur aufgelegten Musik.

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„I´m a Survivor!“

Wir starteten nach dem Frühstück zu einer Wanderung auf den höchsten Berg von Tortola, den Mount Sage, der 540m hoch ist. Gleich zu Beginn kamen wir bei einer Straßenküche vorbei, die verschiedene Frühstücksleckereien angeboten hatte. Gerhard und Fritz konnten nicht widerstehen und kauften sich eine mit Hühnerfleisch gefüllte Teigtasche.

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Auf dem Weg dorthin kamen wir bei der Callwood-Rum-Destillerie vorbei. Es handelt sich hier – wie es heißt – um die älteste karibische Destillerie, die ununterbrochen in Betrieb war. Da wir einen offenen Verkaufsstand erkannten, betraten wir das Grundstück und erfuhren von einem freundlichen Mitarbeiter, dass heuer zwar wegen des Hurrikans die Zuckerrohrernte ausgefallen war, zum Glück aber liegen noch genug Fässer und Flaschen für den Verkauf bereit. Wir durften einen inoffiziellen Blick in das teilweise zerstörte Innere der Destillerie werfen. Danach gab es für uns eine Kostprobe vom „Arundel“-Rum. Wir entschieden, erst beim Rückweg hier einzukaufen und setzten unsere Wanderung fort.

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Der Mount Sage liegt im Nationalpark. Der Urwald hat unter dem Hurrikan arg gelitten, beginnt aber wieder, sich seinen Platz zurückzuerobern. Wo man sonst aufgrund der dichten Belaubung nur mit Blitz fotografieren kann, ist jetzt nur blauer Himmel.

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Nach unserer vierstündigen Wanderung hielten wir im Stoutt´s Look Out unsere Mittagspause. Hier hatten wir rundum eine tolle Aussicht zu unserer Bucht Cane Garden Bay und zur Nachbarbucht Long Bay.

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Als wir wieder bei der Rumdestillerie vorbeikamen, kauften wir nun den Rum bei einem anderen freundlichen Mitarbeiter, der uns noch mitteilte, dass dieser Rum ausschließlich auf Tortola verkauft würde.

Wieder zurück in der Cane Garden Bay, wollten wir noch in der Strandbar „Paradise Club“ einen Cocktail trinken. Weil jedoch der Barman nicht anwesend war, entschieden wir uns für ein Eis. Eine nette, einheimische Dame bediente uns und löffelte das Eis aus einer Plastikbox. Im Gespräch mit ihr erfuhren wir, dass genau an dieser Stelle vor dem Hurrikan ein Eissalon stand, der ihr gehörte. Ums Eck – dort, wo jetzt nur noch ein Fliesenboden zu erkennen war, befand sich im September noch ihre Boutique. Neugierig geworden, wollten wir mehr von der Dame namens Sigrid wissen und plötzlich öffnete sie sich. „I live to tell the tale“, meinte sie. Wir waren beeindruckt, wie diese Frau – wie überhaupt viele Kariben, die wir kennengelernt hatten – keinen Zorn oder Resignation in sich trug oder auf irgendwelche Verantwortlichen oder Politiker schimpfte sondern einen Zustand der Hoffnung und Tatkraft ausstrahlte. Sie erzählte uns auch vom ersten Moment, an dem sie wusste, dass es wieder weiterging. Zwölf Tage nach „Irma“ ging sie, wie immer, laufen und erblickte unter den zerstörten Pflanzen und zerbrochenen Bäumen die ersten wunderschön blühenden Blumen, die in der Morgensonne unbeschreiblich leuchteten.

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Da wusste sie: „Yeah, I´m a survivor and life will go on!“ … und das sagte eine Frau, die noch vor fünf Monaten in ihrem Haus mit ihren Kindern um ihr Leben gezittert hatte, während um sie ein unvorstellbarer Hurrikan getobt und ganze LKW durch die Luft gewirbelt hatte. … und das sagte eine Frau, die nun statt eines Eissalons nur mehr einen provisorischen Verkaufsstand besitzt und deren Boutique dem Erdboden gleich gemacht wurde. Sigrid war froh, dass sie uns ihre Geschichte erzählen konnte und bedankte sich bei uns für unser Kommen in so schwierigen Zeiten. Sie sah unseren Besuch auch als Zeichen dafür, dass die Hoffnung lebt und das Leben positiv weitergeht. Diese Frau ist für uns ein Beispiel, wie man in solchen tragischen Situationen neuen Mut findet und nicht aufgibt.

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Als wir uns von ihr freundschaftlich verabschiedeten und das letzte Stück den Strand entlang schlenderten, bot dann eine andere Einheimische namens Jane ihre Dienste als Masseuse in einem rosa Partyzelt an. Ich dachte, auch sie hätte es verdient, dass ihre positive Einstellung zum Leben nach „Irma“ belohnt wird und ließ mich von ihr mit einer fünfzehnminütigen Nackenmassage verwöhnen. Währenddessen genossen die anderen in der Strandbar daneben „Pain Killer“, „Daiquiri Mango“, „Daiquiri Passiflora“, „Pina Colada“ und „Margarita“.

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Die Menschen hier sind alle auf ihre Art „Survivors“ und zu ihrem Überleben (Neuanfang) trugen wir vielleicht auch einen kleinen Teil bei. Das stimmt uns auch – trotz aller traurigen Dinge die wir sehen – glücklich.

Vor Sonnenuntergang fuhren dann Gerhard, Andrea und Anita zum Riff gegenüber unseres Ankerplatzes, um noch ein bisschen zu schnorcheln.

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Die anderen gingen Schwimmen oder schrieben den Blog bei angenehmen Temperaturen!

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Lazy, rainy Sunday!

Ein toller Regenbogen spannte sich während des Frühstückes über Marina Cay und wieder konnten wir nicht widerstehen, ihn zu fotografieren!

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Danach überlegten wir, ob wir vom Physikunterricht noch wussten, wie eigentlich ein Regenbogen entsteht. Sicherheitshalber recherchierte ich noch im Internet.

Treffen Sonnenstrahlen auf Regentropfen wird das Sonnenlicht im Tropfen in verschiedene Farben zerlegt, die wir dann am Himmel sehen können.
Dazu muss man wissen, dass weißes Licht aus verschiedenen Farben zusammengesetzt ist. Trifft das weiße Sonnenlicht auf einen Regentropfen, wird es gebrochen und dabei in seine farbigen Bestandteile zerlegt. Die einzelnen Farben des Regenbogens können wir sehen, weil das farbige Licht vom Regentropfen reflektiert wird.

Warum aber kann man einen Regenbogen nicht jedes Mal sehen, wenn die Sonne scheint und es gleichzeitig regnet? Die Antwort: Nur wenn die Sonne im Rücken steht, ist der Regenbogen sichtbar. Das liegt daran, dass jeder Lichtstrahl der Sonne auf eine andere Stelle des runden Regentropfens fällt. Das Licht wird vom Regentropfen gebündelt und mit einem Winkel von rund 42° zurückgeworfen. Und nur wenn man in diesem Winkel zur Regenfront steht, können die bunten Lichtstrahlen das Auge erreichen.

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Bildquelle: Saperaud/Wikimedia Commons, CC-Lizenz

Doch warum sehen wir die bunten Farben als breiten Bogen? Das ist so, weil jede einzelne Farbe des Regenbogens in einem leicht anderen Winkel gebrochen und reflektiert wird. Beispielsweise kommt das rote Licht in einem maximalen Winkel von etwa 42° zurück, das blaue Licht bei 40°. Dadurch liegen die Farben nicht über, sondern nebeneinander und der Regenbogen wird breit.

Rund ist der Regenbogen, weil auch Regentropfen rund sind. Wir sehen aber nur einen Halbkreis, weil der andere Teil des Kreises im Erdboden verschwindet.
Übrigens besteht der Regenbogen nicht nur aus blauem, rotem und grünem Licht. Es gibt auch Licht, das unser Auge nicht wahrnehmen kann, z. B. die UV-Strahlung der Sonne.

Quelle: Redaktion SimplyScience.ch

Unsere Fahrt ging noch bei Sonne entlang der Nordküste von Tortola bis zur Westküste,

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wo wir in der Cane Garden Bay an einer Boje anlegten. Es dauerte nicht lange und dann schüttete es derart, dass wir gar nicht an Land fahren konnten.

Nach einer Zeit war es dann endlich soweit. Ausgerüstet mit Regenschirmen erkundeten wir die Bucht von Cane Garden und die Küstenstraße.

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Vieles war noch zerstört, aber alles wartete schon wieder auf Touristen! Aufgefallen war uns hier auch ein Autokennzeichen anlässlich des 90. Geburtstages der Queen.

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Auch in dem Lokal, in dem wir zu Mittag aßen, wurde noch fleißig gearbeitet, trotzdem bekamen wir schon ein sehr gutes Essen kredenzt.

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Nett waren auch die Strandbars, die schon geöffnet hatten. Bei einer ließen wir uns nieder und warteten wieder einmal einen Regenschauer ab, bevor wir mit dem Dingi zur SanVerDa zurückfuhren.

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Das Regenwetter tat aber unserer guten Laune keinen Abbruch und nachdem Erich sich dazu entschlossen hatte, heute an Bord mit Sakko und blauer, langer Hose das Abendessen einzunehmen, gab es dann ein „Männer-Fotoshooting“ bei dem wir Frauen uns köstlich unterhielten!

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Danach hatten wir die Idee, dass unsere Männer sich heute für das Abendessen verantwortlich fühlen könnten, während wir drei eine Runde Scrabble auf dem i-Pad spielten! ☺ Gut gelaunt willigten die Männer ein und geleiteten uns schließlich zu „unserem Tisch“.

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Hurra, die Koffer sind da!

Nach dem Frühstück verließen wir Gorda Sound und segelten 2 Stunden auf Vorwindkurs in Richtung Tortola.

Während der Fahrt gab es dann Unterricht für unsere Gäste J: Erich bekam eine „Steuerberatung“ von Gerhard und brachte uns dann bis in die Nähe der Trellis Bay. Fritz trainierte Knoten, die er bald perfekt beherrschte und unsere Damen hatten die erste Wiederholungseinheit im Limen, die Fritz – strebsam, wie er ist –  freiwillig zusätzlich besuchte.

Erich durchstöberte ein bisschen unsere Bordbibliothek und entdeckte unsere Bücher „Segeln in der Karibik“. In diesen schmökerte er ein bisschen und las uns dann folgenden Artikel vor:

Der Artikel tröstete sie zwar nicht, bestätigte ihnen aber, dass sie kein Einzelfall waren.

Danach stieg ein bisschen die Aufregung, denn Fritz sollte wieder einmal beim Flughafen in Tortola anrufen, um nach dem Gepäck zu fragen. Unsere Gäste waren etwas verwundert, da heute eigentlich kein Flugzeug der Fluglinie Liat gelandet war und deshalb verstanden sie nicht genau, warum sie eben an diesem Tag anrufen sollten. Umso erfreuter waren sie schließlich, als sie die Nachricht erhielten, dass die Koffer am Flughafen abzuholen waren.

Gerhard übernahm nun wieder das Steuer und wir segelten in die Trellis Bay, in der der Flughafen Beef Island lag. Gerhard und Fritz fuhren mit dem Dingi an Land. Problemlos erhielten sie in kürzester Zeit alle vier Koffer, übernahmen sie und kamen freudestrahlend damit zurück.

 

Rasch wurden die Koffer auf die SanVerDa gehoben und die Mitbringsel ausgepackt. Wir bekamen viele Leckereien aus der Heimat: Roggenbrot, Käse, Speck, Wildschinken, geräucherter Schinken, Chutneys und Loimer Weine und freuten uns riesig darüber. Auch den Fotoapparat (Ersatz für den, der bei der Devil´s Bridge durch das Meerwasser kaputt geworden war!), die Festplatte und Zeichenutensilien, um die wir gebeten hatten, brachten sie uns. So waren wir über die wieder aufgetauchten Koffer ebenfalls sehr erfreut!

Große Freude hatte auch Erich mit dem endlich angekommenen Gepäck, denn er hatte endlich sein neues Sakko wieder!

Nun aßen wir noch im Restaurant zu Mittag, kauften ein und segelten zu der Stelle, die wir uns heute zum Schnorcheln und zum Übernachten ausgesucht hatten, die Insel Marina Cay, ganz in der Nähe des Flughafens.

Schnell schnappten wir unsere Schnorchelutensilien und dann ging es ab ins Meer.

Etwas später freuten wir uns schon auf das Abendessen, bei dem wir eine tolle österreichische Brettljause (mit den mitgebrachten Delikatessen) genossen! Lecker! J Herzlichen Dank, ihr lieben Freunde!

Salz in der Linse

Nachdem die Koffer unserer Gäste immer noch nicht angekommen waren, kauften sie noch eine Schnorchelausrüstung bevor wir die Marina Virgin Gorda Yacht Harbour verließen.

Nach einem zweistündigen Segeltripp, bei dem wir jedoch mit dem Motor gegen den Wind fahren mussten, erreichten wir Gorda Sound um die Mittagszeit. Dieses nördliche Flachwasser, das von vielen kleinen Inseln umgeben ist, besuchten wir, um in den Riffen rundherum zu schnorcheln.

Leider war das Wasser heute etwas trüb, obwohl die Unterwasserwelt sehr schön war.

Nach unserem Schnorchelausflug fuhren wir dann noch mit dem Dingi zur Prickly Pear Island zum Vixen Point und machten einen Landgang, da wir Liegestühle und zwei Gebäude, die gerade renoviert wurden, sahen. Vor „Irma“ stand hier ein Restaurant in einem wunderschönen Ambiente, jetzt ist alles noch im Werden.

Leider fehlte uns heute hier der „klare Blick“, da vom Schnorcheln auf dem Objektiv ein Fleck vom Salzwasser war, weil wir nicht auf dem Boot waren, um die Kamera zu waschen. Deshalb gibt es heute ein paar Bilder mit trüber Optik.

Andrea konnte gar nicht verstehen, warum die Leute hier nicht die Palmen stützten, damit sie wieder gerade wachsen konnten!

Da hier niemand wohnte und eine Kokospalme Früchte trug, nahmen wir uns drei mit zum Boot und tranken daraus einen Kokosmilchcocktail.

Wieder zurück auf dem Boot, mussten wir unseren Gästen noch zeigen, wie das richtige, karibische „Limen“ funktionierte. Sie waren sehr gelehrig und beherrschten diese Tätigkeit auf Anhieb.

Hier ist es jetzt so, dass es um ca. 18 Uhr, wenn die Sonne untergeht, der Wind stark zunimmt und es danach relativ frisch wird. Wir entschieden daher, noch schnell ein Abendessen zuzubereiten, Fritz unterstützte mich mit unseren zwei Comis Anita und Gerhard. Die kalte Jause wurde von allen liebevollst zubereitet!

Den Abend verbrachten wir gemütlich mit verschiedensten Beschäftigungen: spielen, lesen Blog schreiben, Fotoalben gestalten.

Als Betthupferl mixte Gerhard uns Damen noch einen Rumpunsch nach seinem eigenen Rezept (ist aufgrund der betriebswirtschaftlich vorhandenen Beratung nur gegen Gebühr erhältlich!!!).

Ab ins „Badezimmer“!

Mit dem Taxi fuhren wir zur südlichen Inselspitze von Virgin Gorda mit den aus der Fernsehwerbung bekannten weißen Sandstränden. Bei einer Weggabelung stiegen wir aus Michael´s Taxi aus.

Auf einem urwüchsigen Pfad, der sich durch die Nationalparks von Gorda Peak windet, wanderten wir zuerst zur Devil’s Bay. Hier liegen noch imposantere Felsformationen als wir in der Spring Bay vor zwei Tagen gesehen hatten. Neugierig erkundeten wir die Bucht, kletterten über die Felsen und genossen die traumhafte Kulisse.

Plötzlich entdeckten wir einen riesigen Granitfelsen, den wir „heben“ wollten. Seht ihr die Stärkeren? Eindeutig, oder!  🙂

Obwohl wir uns an der wunderschönen Landschaft nicht satt sehen konnten, fehlten trotzdem die Palmen aus dem Landschaftsbild, die der Hurrikan einfach umgebrochen hatte. Bezeichnend ist wieder, dass die Kokospalmen zwar kaputt sind, die Natur aber für die Fortpflanzung dieser trotzdem vorgesorgt hat. Es ist beruhigend zu wissen, dass es zwar Jahrzehnte dauern würde, bis diese Palmen wieder so groß sein werden, dass sie über die Steine ragen, aber nichts ist verloren gegangen!

Als wir weitermarschierten, kamen wir zum Strand „The Bath“ (übersetzt: das Badezimmer). Gesichert an Seilen, über Steine kletternd, durch Wasser stampfend und auf Stufen über Riesensteine hinauf und hinunter kletternd konnten wir uns an diesem Naturphänomen nicht sattsehen und die Fotoapparate glühten.

Granitblöcke von enormem Ausmaßen bilden ein Labyrinth von Schluchten und Gängen im Wasser und an Land. Zwischen den Steinformationen haben sich Grotten und Pools gebildet, wo man faszinierende Lichtspiegelungen beobachten kann.

Hierher kann man weder mit dem Segelboot noch mit dem Dingi fahren. Von Meeresseite aus kann man also nicht zufahren, sondern man muss das letzte Stück schwimmen, um zu dieser attraktiven Sehenswürdigkeit zu gelangen.

Als wir die Devil´s Bay und The Bath durchwandert haben, kamen wir zu diesem Strand, der schon wieder von vielen Leuten des Nationalparkteams toll hergerichtet worden war. Hier gab es auch das Lokal „Poor man´s Bar“, wo wir uns eine Erfrischung gönnten (heute hatten wir den ganzen Tag über tollstes karibisches Wetter!)

Außerdem war auch ein netter Verkaufsstand mit Handtüchern und T-Shirts in dieser Bucht. Unser Besuch, dem leider immer noch die Koffer fehlen, kaufte zur Erinnerung – und weil sie diese Sachen dringend benötigen – Shirts und Handtücher. Gerhard und der Verkäufer verglichen inzwischen ihre Frisuren, während die anderen auswählten und der nette Einheimische meinte: „Nicht ganz so, wie meine!“, und lachte spitzbübisch zu Gerhard.

Bis zum späten Nachmittag genossen wir Strand, Sand und Sonne. Ins Meer konnte man heute aufgrund der hohen Wellen nicht hinein.

Mit dem Taxi fuhren wir am späten Nachmittag wieder in die Stadt zurück, da wir noch im Supermarkt für die nächsten Tage einkaufen wollten, um diese gut versorgt in Buchten verbringen zu können.

Der Taxifahrer ließ uns vor dem Markt aussteigen und meinte, er würde uns eine halbe Stunde später mit seiner Familie wieder abholen.

So war es auch! Stolz präsentierte er uns seine Frau samt Kinder und erwähnte wieder, wie arg die Nacht vom Hurrikan war, dass seine jüngste Tochter damals erst zwei Wochen alt war und dass die komplette Familie diese Katastrophe in ihrem Haus im Schlafzimmer zum Glück überlebt hatten.

Nachdem wir unseren Einkauf auf die SanVerDa gebracht hatten, beeilten wir uns, um in einem netten Lokal mit „Hausmannskost“ ein Mittags-Abendessen zu ergattern, da wir schon riesigen Hunger hatten.

 

Wieder Besuch aus Österreich

Zwei Tiefs waren dafür verantwortlich, dass heute den ganzen Tag über extreme Regenschauer angesagt waren.

Um 17 Uhr kamen unsere Freunde mit der Fähre aus Tortola hier im Virgin Gorda Yacht Harbour an – leider ohne Gepäck. Nachdem wir mit einem Glas niederösterreichischem Sekt auf zwei gemütliche Urlaubswochen angestoßen hatten, machten wir uns auf den Weg in das einzige Geschäft des Ortes, um ein paar Kleidungsstücke für morgen für unsere Gäste zu erstehen, in der Hoffnung, dass die Koffer bald kommen.

Nach einiger Zeit hatten wir das Wichtigste gekauft und gingen ins Nachbarlokal zum gemütlichen Abendessen. Obwohl noch viel kaputt hier in Spanish Town ist, war dieses Lokal schon komplett renoviert und das Essen vorzüglich – auf europäischem Standard. Außergewöhnlich waren heute die sehr kühlen Temperaturen, da keine Sonne schien und Regen und Wind es sehr ungemütlich machten.

Als Betthupferl für unsere schon sehr müden Gäste, die mit der 5-stündigen Zeitverschiebung ein bisschen zu kämpfen hatten, gab es dann noch einen karibischen Rumpunsch, einen guten Rum und eine Zigarre.

Virgin Gorda auf den Britisch Virgin Islands (BVI) erreicht und ein Glückstag

Nach einer sehr unruhigen Nachtfahrt mit hohen, brechenden Wellen und Wind um die 30 Knoten erreichten wir um 8:30 Uhr bei Regen und mit einem „Toten“ (=fliegenden Fisch) an Bord Spanish Town. Bis wir unseren Ankerplatz für die nächsten beiden Tage erreichen konnten, mussten wir zig kleinste Inselchen umfahren.

Virgin Gorda erhielt von Kolumbus deshalb diesen Namen, weil ihn die Silhouette der Insel an eine auf dem Rücken liegende, dicke Frau erinnerte. Die Küsten der Insel sind stark zergliedert und von Korallenriffen umgeben.

Wir liegen nun in der fast gänzlich zerstörten Marina Virgin Gorda Yacht Harbour, die vor der Wirbelsturmkatastrophe eine Top-Marina war und sich jetzt gerade wieder im Aufbau befindet. Um diesen zu unterstützen und um unsere Freunde morgen besser aufnehmen zu können, legten wir uns nach ausgiebigen Recherchen hier her.

Vormittags erledigten wir nach dem Einklarieren noch einige Aufgaben wie Pläne zeichnen. Während Gerhard sich damit beschäftigte kümmerte ich mich um unsere Wäsche. Als wir zu Mittag mit den Arbeiten fertig waren, wollte Gerhard noch seinen von Hand gezeichneten Plan mit dem Handy fotografieren, um diesen dann auf elektronischem Weg übermitteln zu können. Zwischen zwei Linealen auf dem weißen Untergrund des Bootes eingespannt, wollte er gerade abdrücken, da ergriff ein Windstoß den Plan und trug ihn über Bord. Gerhard wusste zuerst gar nicht, was eigentlich geschehen war, als er durch den Sucher den Plan nicht fand. Dann hieß es jedoch schnell zu handeln, war doch der Plan mit Faserstift gezeichnet und weder Papier noch die Farbe wasserfest. Mit dem Bootshaken konnte Gerhard gerade noch seine „geistigen Ergüsse“ retten und war heilfroh, die Arbeit eines ganzen Vormittages nicht verloren zu haben. So ein Glück!

Nachdem wir beim Mittagessen wieder Wifi hatten, konnte er den Plan verschicken, sodass nichts mehr passieren konnte. Danach machten wir uns zu Fuß auf den Weg, den Ort etwas zu erkunden. Hier gab es wirklich nichts zu entdecken. Also marschierten wir weiter und freuten uns dann über eine außergewöhnliche Landschaft. Hinter den Häusern und auch zwischen den Häusern waren riesige Granitblöck. Die Menschen hier verwendeten die riesigen Granitsteine gleich zweckdienlich als Torpfosten, Dach etc.. Wir marschierten weiter bis wir schließlich zu einem Schild kamen, das uns die Richtung zu verschiedene Strände anzeigte.

Wir nahmen die erste Abzweigung, die zum Spring Bay Beach führte und was wir da zu sehen bekamen, war eindrucksvoll. Ein weißer Sandstrand, übersät mit gewaltigen Granitblöcken, die teilweise vom Meer umspült werden. Die Palmen dazwischen fehlten leider. Man konnte sich trotzdem einfach nicht satt sehen. (Der amerikanische Geologieprofessor Donnelly meint, dass diese Granitblöcke in grauer Vorzeit durch ein Naturereignis an die Erdoberfläche gehoben wurden. Durch Erosion formte sich dann das heutige Landschaftsbild.)

Als wir uns dann auf den Heimweg machten hingen mächtige, dunkle Regenwolken über uns. Schnellen Schrittes versuchten wir unser Boot zu erreichen. Der Regen war aber Sieger! Nachdem Sturm und die ersten Regentropfen zu spüren waren, flüchteten wir in einen Supermarkt und kauften Brot für das Abendessen. Als wir dachten, der Regen wäre vorbei und wir wieder ein paar Schritte gegangen waren, fing es plötzlich wieder arg zu schütten an und wir stellten uns bei ein Hütte am Straßenrand unter und warteten relativ lange den heftigen Regenschauer ab. Es wurde schon etwas heller und der Regen war schließlich nur mehr ganz leicht. Ich spannte meinen Regenschirm auf und wir marschierten in Richtung Marina. Es dauerte nicht lange und wir wurden wieder mit der karibischen Freundlichkeit konfrontiert, die wir so lieben und von der wir deshalb auch so oft schreiben: Ein junger Mann hupte, blieb stehen und brachte uns mit seinem Auto bis zum Eingang der Marina. Wieder Glück gehabt, denn es blieb regnerisch!

Stark übermüdet von der Nachtfahrt schrieben wir noch den Blog und gingen dann sehr bald ins Bett mit der Vorfreude auf unseren Besuch morgen!

Road Bay – Einklarierungsort, aber auch ein netter Strand mit einigen Lokalen

Da wir wieder Freunde aus Österreich erwarten und deshalb pünktlich die British Virgin Islands erreichen wollten, genossen wir heute noch einen Tag in Road Bay ohne viel auf dem Programm zu haben.

Wir frühstückten ausgiebig und danach tuckerten wir mit dem Dingi wieder an Land.

Wieder fielen uns die Autokennzeichen auf, die wieder sehr hübsch gestaltet gewesen waren, so wie es schon bei den letzten kleineren Inseln gewesen war.

Gestern hatte uns die nette Verkäuferin im Geschäft angeboten, zu schauen, ob sie für uns in der Stadt eine Flagge bekommen könnte. Als wir heute – wie verabredet – das Geschäft betraten, erkannte sie uns sofort wieder und überreichte uns freudig die Flagge!

Bevor wir wieder zur SanVerDa zurückkehrten, machten wir noch einen kurzen Zwischenstopp für eine Erfrischung in einer Bar.

Da heute kein Kreuzfahrtschiff in der Bucht anlegte, war es eher ruhig. Zwei Frachtschiffe kamen in der Früh beladen mit Container. Sie wurden den ganzen Tag über abgeladen und dann wieder mit neuen Containern beladen.

Nachmittags erkundeten wir – mit Schnorchel und Flossen ausgerüstet – die Bucht. Das Wasser war sehr trüb, da hohe Wellen vom offenen Meer hereinkamen. Der Fischreichtum war enorm.

Unser nächstes Ziel werden die British Virgin Islands sein. Bis dorthin müssen wir ohne Zwischenstopp ungefähr 85 Seemeilen segeln. Das bedeutet bei starkem Wind, wie er für heute prognostiziert wurde, eine Fahrtdauer von mindestens 12 Stunden. Nachdem wir die Strecke genau geprüft haben, entschieden wir uns für eine Nachtfahrt zu den British Virgin Islands, damit wir bei Tageslicht die Untiefen in den BVI besser erkennen können. Gerhard versuchte die Schlafstunden, die ihm heute in der Nacht fehlen werden, schon am Nachmittag zu halten, während ich inzwischen in meinem Buch las. (Mein Einsatz wird erst ab 4 Uhr morgens gefragt sein und bis dorthin werde ich genug Schlafeinheiten konsumiert haben.)

Bei Sonnenuntergang starteten wir unsere Nachtfahrt, noch bei ausreichend Licht vorbei an den Untiefen von Sandy Island.

Diese Mini-Insel wurde leider auch nicht vom Hurrikan verschont. Alle Palmen und das einzige Lokal, das es hier gab, wurden dem Erdboden gleich gemacht. Nur eine einzige kleine Palme dürfte die Katastrophe überlebt haben.

Anguilla – die nördlichste der Leeward-Inseln

In der Früh machten wir uns mit dem Dingi auf den Weg. Während Gerhard inzwischen das Ausklarieren übernahm, stellte ich den Blog ins Internet. Wir beantworteten noch kurz unsere Mails und machten uns dann auf den Weg zur Nachbarinsel Anguilla.

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Unsere Befürchtungen, auch in Anguilla nur Zerstörungen vorzufinden wurden zum Glück nicht wahr! Man sieht natürlich Spuren von „Irma“, aber hier läuft alles schon wieder seinen gewohnten Ablauf und man fühlt sich wie auf einer Urlaubsinsel.

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Hier gibt es kaum Sehenswürdigkeiten und außergewöhnliche Naturkulissen. Diese lang gestreckte und sehr flache (65m Seehöhe), von Korallenriffen umgebene Insel hat vor allem wunderschöne, weiße Sandstrände zu bieten. Außerdem dürfte es ein Urlaubsdomizil der „Reichen und Schönen“ sein, was wir beim Segeln von Sint Maarten hierher an den Ferienhäusern erkennen konnten.

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Außerdem wird Anguilla als Tauch- und Schnorchelparadies in den Reiseführern beschrieben. Man benötigt hier aber für alles (Ankern in Riffen, Tauchen) eine „Permit“ (Erlaubnis) und alles kostet entsprechend.

Um 14 Uhr erreichten wir den Einklarierungshafen Road Bay. Wir machten uns mit unseren Unterlagen sofort auf den Weg zum gleichzeitigen Ein- und Ausklarieren, da wir nur eine Nacht hier verbringen möchten. Vier nette Damen empfingen uns beim Zoll und bei der Einwanderungsbehörde und wieder verlief alles planmäßig und reibungslos obwohl heute Sonntag war!

Danach wollten wir eine Flagge von Anguilla erstehen und erkundigten uns darüber bei den netten Beamtinnen. Die Dame bei der Immigration schickte uns in das einzige Geschäft des Ortes. Die hatten aber leider nur Magnetflaggen für Kühlschränke. Wir bedankten uns und wollten das Geschäft verlassen, als die Verkäuferin meinte, wenn wir morgen zu Mittag noch da wären, würde sie uns eine Flagge aus der Stadt mitnehmen! Wiederum erlebten wir karibische Freundlichkeit, die über das normale Maß hinausgeht.

In Dad´s Bar war gerade Live-Musik, da auch ein Kreuzfahrtschiff in der Bucht lag. Wir konnten nicht widerstehen und setzten uns gemütlich hin, genossen die Musik in der Sonne am weißen Sandstrand und trainierten das Limen!:)