Antigua mit dem Mietauto entdeckt

Die ganze Nacht über hatten wir sehr starken Wind, der eigenartigerweise seine Richtung sehr häufig änderte. Aus diesem Grund sind wir einige Male unseren Nachbarschiffen sehr nahe gekommen, weil im English Harbour die Boote so eng beieinander ankern. Das war uns aber nicht mehr angenehm und deshalb holten wir schon in der Früh den Anker ein und verholten in den benachbarte Falmouth Harbour, wo wir einen weitläufigen, ruhigen Ankerplatz fanden.

Nachdem wir uns vom Halten unseres Ankers vergewissert hatten, machten wir uns auf den Weg, unser Mietauto abzuholen. Zuerst fuhren wir im National Park auf dem Tree Fig Drive durch den Regenwald im südwestlichen Hügelland von Antigua. Zuerst ging es entlang von Bananenplantagen – woher auch der Name der Straße kommt, denn „fig“ heißt in der Inselsprache „die Banane“.
Beim Regenwald würden wir meinen, es handelt sich hier um einen Urwald. Der Wald ist nicht mit den feuchten Regenwäldern vergleichbar, die wir auf anderen Inseln gesehen haben.
Das ist aber auch verständlich, da es auf Antigua weniger Niederschläge gibt. Antigua hat keinen Fluss und das Wasser ist oft sehr knapp. Die Wasserversorgung wird durch 7 Reservoirs, Meerwasserentsalzungsanlagen und einige wenige Quellen sichergestellt.

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Nach dieser Strecke durch die landschaftlich nette Gegend fuhren wir im Süden die Küste entlang, vorbei an dem höchsten Berg der Insel, dem Boggy Peak (402m), der 2009 zu Ehren des Amerikanischen Präsidenten auf Mount Obama umbenannt wurde.

Danach ging es die Westküste hinauf in die Hauptstadt St. John, die eine hübsche Altstadt besitzt.

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Typisch für die Hafenhauptstadt ist der Kreuzfahrttourismus. Riesige Kreuzfahrtschiffe halten direkt in der Altstadt auf dem Redcliff Quay. Dieser gehört zu den ältesten Teilen der Stadt. Aus den alten Lagerhallen wurden verschiedenste Geschäfte, Restaurants und dergleichen und hunderte Touristen tummeln sich auf dem Redcliff und dem Heritage Quay mit ihren Duty Free Shops.

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Wenn man durch die Straßen schlendert, stößt man in der Nevis Street noch auf ein paar alte Barracken, die früher die Unterkünfte für hierher verschleppte Sklaven waren. Nun verfallen sie langsam aber bleiben vielleicht doch noch ein paar Jahre als Mahnzeichen, denn so lange hat der Sklavenhandel hier eigentlich noch kein Ende!

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Gerade im Umbau ist die St. John´s Cathedral. Sowohl außen als auch innen wird diese Kirche komplett renoviert. Auf meine Frage, warum alles auf einmal neu gemacht wird, bekam ich zu meiner Verwunderung die Antwort, dass Termiten das Holz dieser Kirche total zerstört hätten. Sowohl das Dach war kaputt und es regnete in der Folge ins Gebäude, aber auch die Kirchenbänke etc. wurden total zerstört.

Und noch eine Kuriosität gibt es bei dieser Kirche. Die beiden barocken Statuen beim Eingang zum Kirchengarten stellen Johannes, den Täufer, und Johannes, den Evangelisten, dar. Sie waren eigentlich für eine Kirche in Martinique bestimmt. Doch weil die napoleonische Fregatte, zu deren Ladung sie gehörten, von einem britischen Kriegsschiff gekapert wurde, fanden sie hier in St. John ihre Plätze und werden bewundert.

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Danach fuhren wir in den Norden der Insel, nach Parham, wo die ersten Kolonisten siedelten. Sehenswert ist hier die achteckige St. Peter´s Kirche.

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In der Betty Hope´s Plantation, haben sie genauso wie wir in Retz, eine „noch betriebsfähige“ Windmühle. Diese hier wurde aber zum Quetschen von Zuckerrohr verwendet. Abgesehen davon sieht man nur noch Ruinen.

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Zuletzt ging es dann in den äußersten Osten der Insel zur Devil´s Bridge. Hier hat eine mächtige Brandung eine Art Brücke in den Felsen gemeißelt. Teilweise spritzt das Wasser wie bei Geysiren durch die Löcher. Wenn das Wasser an die Felsen knallt, erhebt sich eine riesige Gischt und spritzt alles in der Umgebung nass. Lange beobachteten wir diese, weil wir eine tolle Fotoaufnahme machen wollten. „Stell dich hierher beim Fotografieren, da wirst du nicht nass!“, meinte er und posierte neben einem Wasserloch. Doch in diesem Augenblick bildete sich plötzlich – ihr könnt es am rechten Rand des Bildes sehen – eine Megawelle und knallte gegen den Felsen. Eine riesige Wasserwand stieg auf und bedeckte Gerhard samt den Steinen darunter. Nun war der Nervenkitzel vorbei! Waschelnass musste der Arme die Heimfahrt antreten, was aber bei 28°C und Sonnenschein nicht sehr tragisch war. Tragischer ist jedoch, dass Gerhards Kamera die Salzwasserdusche nicht überstanden hat.

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Zuletzt machten wir noch einen Abstecher zur halbrunden Half Moon Bay, die wunderschön inmitten des Nationalparks liegt. Wegen der Brandung tummeln sich hier viele Bodysurfer.

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Antigua überraschte uns heute durch Vielfältigkeit und Schönheit – eine Bilderbuchinsel!

Wie fast täglich regnete es kurz während des Frühstücks und danach versöhnte uns – wie immer – ein toller Regenbogen, heute war es sogar ein doppelter!

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Im English Harbour, einem landschaftlich wunderschönen und hurrikansicheren Naturhafen liegen wir seit gestern vor Anker. Diese sichere Lage bewog schon die britische Marine im 18. Jahrhundert dazu, hier mächtige Wehranlagen und Kolonialbauten zu errichten. Lord Nelson führte von hier aus mit seiner Flotte siegreiche Seeschlachten. Doch mit der Zeit nahm das Interesse am Flottenstützpunkt ab und die Gebäude verfielen.
Familie Nicholson aus England wollte Mitte des 20. Jahrhunderts nach Neuseeland segeln, um dort ein neues Leben zu beginnen. Sie machte hier in English Harbour einen Zwischenstopp, und als sie die baufälligen alten Offiziersunterkünfte sahen, begannen sie sofort damit, diese zu restaurieren.
Inzwischen wurde alles nochmals restauriert und ist als Gesamtes ein Nationalpark. Die komplette Anlage ist heute ein Freilichtmuseum der Kolonialzeit. English Harbour mit seinem „Nelson´s Dockyard“ ist der schönste Yachthafen, den wir bis jetzt gesehen haben!

Die Restaurierungsarbeiten der 200 Jahre alten Kaimauer wurde 2003 fertiggestellt (wurde auch von der EU unterstützt). Von dieser Mauer dürfen Megayachten sich nur mit Ankerwinschen wegbewegen, damit sie diese mit den Wasserstrahl ihrer Schrauben nicht unterspülen.

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Die Lagerhäuser und Werkstätten sind zu Restaurants und Hotelanlagen umgebaut worden, das Admiralitätshaus wurde zum Dockyard Museum, aus dem Offizierhaus wurde eine Kunstgalerie und das ehemalige Lager für Kupferplatten „Copper und Lumber Store“ wurde zu einem Hotel mit originellem Pub umgewandelt.

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Gerade, als wir das Foto von diesem Haus aufnahmen, begann es wieder zu schütten und wir mussten ins Innere des Pubs flüchten. Es wurde mit alten Möbeln rustikal eingerichtet und strahlt immer noch den Flair der alten Zeit aus!

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Über einen Pfad marschierten wir dann zum Fort Berkeley, von wo aus im 18. Jahrhundert der English Harbour überwacht wurde. Nun stehen nur noch die Ruinen der alten Festung und man hat einen tollen Blick auf den Hafen. Wieder wurden wir kurz von einer Regenwolke gestreift!

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Wir fuhren mit dem Dingi zum Strand, wo Gerhard unser Beiboot sicherheitshalber an einer Palme festmachte.

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Zu Fuß machten wir uns dann auf den Weg zu Shirley Heights. Querfeldein marschierten wir auf einem Wanderpfad, von dem wir erhofften, dass er bei unserem gewünschten Ziel Shirley Heights endete, und der mitten durch einen lichten, trockenen Wald führte. Die Vegetation hier beeindruckte uns total. Im Gegensatz zu den feuchten Regenwäldern, die wir in den letzten Wochen sahen, wachsen hier neben Tillandsien, Sukkulente und die verschiedensten Großsträucher und kleinen Bäume. Man merkt, dass es normalerweise in Antigua wenige regnet! ☺

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Die ehemals größte Befestigungsanlage Antiguas war Fort Shirley, zu dem Offiziersquartiere, ein Hospital und ein Friedhof gehörten. Heute wird das restaurierte Guardhouse als Restaurant geführt. Der Panoramablick von hier oben ist wirklich gigantisch: Man sieht über die Buchten English Harbour, Nelson´s Dockyard, Falmouth Bay bis zu den von Regenwald überzogenen Bergen.

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Beim Nachhauseweg gingen wir bei dem netten, kleine Geschäft vorbei (das man uns in der Marina genannt hatte), wo wir uns eine Sim-Karte für unser Handy kauften, damit wir in Antigua und Barbuda eine Möglichkeit haben, den Blog ins Internet zu stellen. Dort gab es auch eine große Anzahl an heimischen Rums. Für seine Sammlung musste Gerhard gleich zuschlagen, nachdem unser lieber Bekannter Walter ihn bestärkte, indem er uns den Zeitungsartikel „Rum-Renaissance“, der heute im Kurier erschienen ist, zugesandt hatte! ☺

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Stürmische Überfahrt nach Antigua

Aufgrund der Wettervorhersage, die für die nächsten Tage noch stärkeren Wind prophezeite, startete wir unseren Törn schon um 6.30 Uhr bei starkem Wind und sehr hohem Wellengang (Windstärke 7, das sind Windgeschwindigkeiten bis zu 30 Knoten). Die See türmte sich mit brechenden Wellen und der weiße Schaum begann sich in Windrichtung in Streifen zu legen. Da wir einen Am-Wind-Kurs (schräg gegen den Wind) fuhren, tauchten die Kufen unserer SanVerDa oft in die Wellen und das Wasser wurde richtig aufgeschaufelt und bis zu uns nach hinten katapultiert. Bei dieser unruhigen Fahrt musste man sitzen und sich zusätzlich noch anhalten. Manches Mal krachte eine Welle in unsere Seitenwand und ein Wasserschwall stieg ins Cockpit ein. So bekamen wir des Öfteren eine überraschende Salzwasserdusche verpasst. Da ich ein E-Book zum Lesen verwende, konnte ich aufgrund des Spritzwassers während der Fahrt heute nicht lesen.

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Um 14.30 Uhr erreichten wir den English Harbour auf der Insel Antigua. Viele riesige Yachten, die in den Buchten und Marinen ankerten, fielen uns sofort auf.

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Danach mussten wir im Inneren des Schiffes wieder Ordnung machen, da aufgrund der hohen Wellen einiges umgefallen war beziehungsweise hatten wir in den WCs Wassereintritt, da die Fenster nicht komplett verriegelt waren und dadurch der Anpressdruck fehlte. Die Außenreinigung des Schiffes hatte dankenswerterweise das Meer für uns übernommen! ☺

Als wir alles in Ordnung gebracht hatten, machten wir uns mit dem Dingi auf den Weg zum Nelson´s Dockyard zum Einklarieren. Das dauerte wieder eine Zeit lang. Dieses Mal waren zwar Beamte bei der Einwanderungsbehörde und beim Zoll anwesend, aber wir mussten uns zusätzlich in einem neuen System einloggen, das „e-Sea-Clear“ heißt. Hier bekommt man eine ID-Nummer und kann beim nächsten Einklarieren die Daten wieder verwenden, die man ansonsten bei jedem Einklarierungsprozess mühsam in den Computer eintippt. Wir werden ja sehen, welche Inseln schon dieses moderne System verwenden und ob es sich als geschickt erweist!

Jedenfalls waren wir erst wieder beim Abendessen auf dem Schiff. Da wir bei diesem Wellengang heute nicht wirklich essen konnten, freuten wir uns schon auf einen leckeren Fisch mit einer Getreidemischung als Beilage und Okras.

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Für morgen wurde noch stärkerer Wind vorhergesagt, der sich jetzt schon am Abend ankündigte. Kaum zu glauben, aber eine Sturmböe hob unser Dingi gerade eben auf die Stufen unseres Katamarans. Gerhard kontrollierte deshalb nochmals den Anker und hob das Dingi auf die entsprechende Beiboothalterung, um sicherzustellen, dass der Sturm weder dem Dingi noch dem Boot etwas anhaben kann.

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Unser letzter Tag in Guadeloupe

Wir frühstückten bei Sprühregen, geschützt von unserem Bimini, im Freien und beobachteten die Fischer beim Auslegen ihrer Netze. Mit zwei Booten fuhren sie im Kreis aufeinander zu, ließen das Netz von den Booten ins Meer rutschen und fingen damit viele kleine Hornhechte, aber auch ein paar größere Fische. Sofort holten sie das Netz wieder ein und sammelten die Fische im Boot. Als sie mit dem Fischen fertig waren, wurden die beiden Boote zusammengehängt und im Schlepptau tuckerten sie die Küste entlang bis zu ihrem Verkaufsstand. Dabei blies einer der drei Fischer eine mit Mundstück umgebaute Conch-Muschel. Das war das Zeichen für die Einheimischen, zum Fischmarkt zu kommen. Gleichzeitig mit der Ankunft der Fischer standen dann auch wirklich die Guadeloupianer schon Schlange, um frische Fische zu erstehen.

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Nachdem es bis 10 Uhr regnete und sehr starker Wind wehte, entschieden wir uns auf einen weiteren Tauchgang zu verzichten spontan für ein Weitersegeln nach Deshaies.

Diesen kleinen, belebten Ort mit unzähligen Restaurants, Geschäften und Souvenirläden mussten wir unbedingt ansteuern, um wieder auszuklarieren. Als wir zu Mittag in der Bucht ankamen, schien die Sonne und im Windschatten der Berge konnten wir genüsslich auf dem Boot lesen und uns entspannen.

Dieses Mal konnten wir das Ausklarieren wieder elektronisch erledigen, was uns immer sehr freut, da wir dann alles sehr schnell erledigt haben. Hier war der Computer in einer Nische in einem Souvenirgeschäft namens „Le Pelican“ aufgestellt.

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Nachdem wir das Bürokratische erledigt hatten, zogen wir durch die bunte und fröhliche Stadt. Wir kauften ein bisschen Vorrat für die nächsten Tage ein.

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Als wir mit dem Einkauf fertig waren, hörten wir Trommeln und das Blasen von Conch-Muscheln. Wir eilten in die Richtung der „Musik“ und kamen zu einer Gruppe verkleideter Menschen, die auf der Straße herumtanzten und dabei Späße machten.(An Samstagen dürfte das hier oft so der Brauch sein.)

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Danach gingen wir gemütlich kreolisch essen. Wir fanden schon am Nachmittag dieses buntes Lokal, das uns sehr ansprach und reservierten deshalb für den Abend.

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Bei einem Buffet genossen wir die Unterhaltung mit einem deutschen Ehepaar bevor wir wieder mit dem Dingi zum Boot fuhren.

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Lange Suche nach einem Techniker

Seit gestern um 15 Uhr sind wir auf der Suche nach einem Techniker für unseren Autopiloten. Zuerst marschierten wir durch den Ort, um eine Servicestelle für Boote oder etwas Ähnliches zu finden, was es hier aber nicht gab. Wir überlegten kurz und wandten uns dann an einen kompetent wirkenden, jungen Mann in einem Tauchzentrum und fragten ihn, ob er jemand kannte, der uns helfen konnte. Er telefonierte herum, suchte im Internet, nachdem wir ihm genauer unser Problem erklärt hatten, und gab uns schließlich eine Nummer mit auf den Weg, von der er glaubte, dass es ein geeigneter Techniker wäre. Dieser war aber nicht ans Telefon gegangen. Wir waren wirklich sehr erfreut über diesen jungen Mann, der sich um uns sehr bemühte, obwohl wir Besucher unter vielen hier waren.

Wir wollten uns so schnell nicht geschlagen geben und gingen weiter zum Tourismusbüro. Erstens sprachen sie Englisch und zweitens erhofften wir uns eventuell eine Information bezüglich eines Technikers. Wieder war hier ein junger Mann, der in seiner Dienstzeit an einer Staffelei malte und uns sehr höflich Auskunft gab. Er meinte, sie hätten weder Telefon noch Internet und konnten uns nicht helfen. Er hätte aber eine liebe Freundin, die sehr gut Englisch spricht und uns wahrscheinlich helfen könnte. Wir bedankten uns für den Tipp, verabschiedeten uns und gingen laut seiner Beschreibung zu einem Schnorchel- und Tauchstand, bei dem diese Dame arbeitete.

Sie aß gerade ihr Abendessen bevor die letzten Leute ihre Taucherbrillen und ausgeliehenen Schnorchelutensilien zurückbrachten. Wir wollten später wieder kommen, aber sie sprang auf und fragte und nach unserem Anliegen. Wieder erklärten wir, dass wir einen Raymarine Techniker für unseren Autopiloten benötigen würden, aber nicht wissen, wo wir einen finden konnten. Sie meinte, ihr Chef hätte die richtige Adresse für uns, wäre aber noch tauchen und ersuchte uns eine Stunde später wieder zu kommen.

Wir hatten wohlweislich schon unsere Strandtasche mit dabei und genossen die Abendsonne an einem wunderschönen Strand. Aus der Stunde wurden dann eineinhalb Stunden und wir bekamen schließlich die Telefonnummer. Leider war es schon zu spät, da der Techniker nach 17 Uhr nicht mehr arbeitet. Die Dame ersuchte uns heute um 8 Uhr in der Früh nochmals zu kommen, um ihn anzurufen. (Er spricht kein Englisch und deshalb wollte sie liebenswerterweise für uns übersetzten, da mein Französisch für das Telefonieren mit Fachausdrücken dann doch nicht ausreicht.) So fuhren wir guter Dinge auf unser Boot zurück.

Wir vereinbart waren wir Punkt 8 Uhr bei der Dame, die wiederum bis 9 Uhr versuchte, Michel, den Techniker, zu erreichen, was ihr heute aber wieder nicht gelang. Weil sie uns gerne helfen wollte, versuchte sie jemand anderen zu erreichen. Es stellte sich aber beim Telefonat heraus, dass er nicht der gesuchte Fachmann war, den wir benötigen würden.

Schließlich suchte sie gemeinsam mit ihrem Chef im Internet und sie fanden die Nummer von Alexandre, der ein Raymarine-Spezialist war. Mit seiner Telefonnummer ausgerüstet und begeistert von so einer Hilfsbereitschaft, die wir bei uns in Europa noch nie so intensiv erlebt hatten, fuhren wir mit dem Dingi zum Boot.

Da Alexandre bei den ersten Anrufen nicht abhob, versuchten wir selbst wieder uns schlau zu machen, was unserem neuen Autopilot fehlen könnte. Gerhard holte das Strommessgerät, ich saß am Steuer und schaltete nach seinen Angaben und schließlich fanden wir heraus, dass der Autopilot zwar funktionierte, aber der SmartPilot (ein Teil des Navigationssystems) keine Befehle an diesen schickte.

Nachdem wir Alexandre, der laut Angaben der jungen Dame sehr gut Englisch sprach, telefonisch wieder nicht erreicht hatten, erhielten wir kurz darauf eine Nachricht „Bonjour, je suis en voiture“ und im selben Augenblick eine zweite „I´m on the road, I can´t answer your call.“ Wir freuten uns sehr, dass er uns darüber informierte und dass wir einen Fachmann gefunden hatte. Es dauerte nicht lange und er meldete sich wieder schriftlich und meinte, er könnte nicht telefonieren und ließ sich von mir das Problem schildern. Gemeinsam fanden wir heraus, dass nur eine Kleinigkeit bei der Stromzufuhr zu richten wäre, was auch nicht teuer sein würde, aber dafür müssten wir das Gerät ausbauen und zu einem Spezialisten nach Martinique schicken bzw. fahren. Er schickte uns den Kontakt zu diesem Techniker und wünschte uns noch alles Gute und eine gute Reise. So ein langer Weg zurück war uns mit Handsteuerung einfach zu weit. Wir bedankten uns ebenfalls herzlich bei ihm und machten uns weiter auf die Suche nach der Lösung unseres Gebrechens.

Wir suchten nach Raymarine-Fachleuten in der Karibik und wurden in Antigua fündig. Diese Insel wollten wir als nächste anlaufen. Rasch buchte ich dort in der Marina einen Stellplatz für unsere SanVerDa, damit die Fachleute, die ebenfalls in der Marina ihre Werkstätte haben, leicht unser Boot erreichen konnten.

Da niemand am Telefon der Service-Stelle abhob, schrieb ich auch dorthin ein Mail, schilderte unser Anliegen und kündigte unser Kommen für Montag an.

Was uns heute wieder extrem bewusst wurde, es ist nicht so leicht, die richtigen Leute zu finden. Außergewöhnlich ist aber die Hilfsbereitschaft aller Menschen hier. Sogar in Guadeloupe, der europäischsten Insel von den Menschen und dem Wohlstand aus gesehen. Jeder einzelne antwortete nicht nur auf unsere Frage sondern versuchte von sich aus, weitere Lösungen zu finden, damit uns „Fremden“ geholfen ist. Wieder durften wir erfahren, dass es oft eine Herausforderung braucht, um dann so positive Erlebnisse zu machen, wie wir sie haben durften.

Erleichtert über die nun gefundene Lösung machten wir uns auf zum Schnorcheln um die kleine Insel Pigeon (der berühmten Unterwasserwelt von Jacque Cousteau), zu der wir mit dem Dingi fuhren.Wir tauchten an drei verschiedenen Stellen und fanden ebenso, dass hier eine sehr beeindruckende Unterwasserwelt vorherrscht. Auffällig war, dass die Fische überhaupt fast keine Scheue zeigten und man sie deshalb gut fotografieren konnte.

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Ein Mitreisender meldet sich zu Wort

Zeitig in der Früh verließen wir Pointe-á-Pitre. Unser Anker im Hafen vor der Hauptstadt hielt im Schlamm am Meeresgrund ausgezeichnet!

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Bei der Fahrt sahen wir wieder einige tolle Yachten. Gerhard war besonders von diesem Schiff angetan, das als Beiboote ein riesiges Segelboot und ein ebenso großes Motorboot auf der gegenüberliegenden Seite mitführte.

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Eigentlich wollten wir in die Anse de la Barque segeln und da am frühen Nachmittag an einem schönen Strand „limen“. Der Wind war mit Windstärken rund um 20 Knoten sehr gut und wir kamen flott voran.

Gerhard reinigte die Conch-Muscheln, die er in den letzten Tagen gesammelt hatte und ich steuerte die Sanverda, da Fischer auf dieser Strecke unzählige Fischernetze bis weit ins Meer hinaus ausgelegt hatten und wir diesen ununterbrochen ausweichen mussten.

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Plötzlich meldete sich unser Autopilot, den wir Ende September in Gibraltar neu einbauen ließen. Er wollte nicht alleine arbeiten und zeigte uns das durch ein lautes Piepsen. Uns ist zwar bewusst, dass er derjenige auf unserem Boot ist, der die meiste Arbeit zu erledigen hatte, trotzdem hätten wir nicht damit gerechnet, dass er deshalb gleich streikt!

Da wir heute einen eher kürzeren Segeltörn geplant hatten, war es für uns also kein Problem die Aufgabe des Autopilotens zu übernehmen, ihn zu entlasten und selbst ans Ruder zu gehen. Zuerst dachten wir, dass wir vielleicht ein Fischernetz übersehen hätten und das die Runderanlage blockierte und deshalb den Autopiloten bei seiner Arbeit hindern würde.
Aus diesem Grund segelten wir noch um die Südspitze von Guadeloupe und steuerten die nächste ruhigere Bucht an. Gerhard holte seine Taucherbrillen, die Flossen und ein Tauchermesser und begab sich unter unser Boot, um eventuell das Netz herunterzuschneiden. Leider war da aber keines zu sehen. Jetzt wussten wir, dass unser Autopilot sich wahrscheinlich mehr Zuwendung wünscht und dass wir unbedingt auf seinen Wunsch eingehen und einen Techniker auf die SanVerDa holen sollten.

Da wir die karibische Geschwindigkeit schon gut kennen, entschieden wir, noch ein bisschen weiter zu segeln zum Plage de Malendure und der Ilets Pigeon, wo das Réserve Jacques Cousteau liegt. Hier konnten wir auch gut einige Tage mit Tauchen und Schnorcheln verbringen, falls wir auf den Techniker über das Wochenende warten müssten.

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Um 15 Uhr gingen wir vor Anker. Rasch ließen wir das Dingi ins Wasser, um uns auf die Suche nach einem Service-Zentrum oder Ähnlichem zu machen. Über viele Stellen kamen wir schließlich zu einer sehr freundlichen jungen Guadeloupianerin, die super Englisch sprach, uns die Nummer von einem Techniker in Pointe-á-Pitre besorgte und sogar für uns telefonierte, da sie wusste, dass dieser Mann kein Englisch konnte. Der Haken an der Sache: Leider war er am Nachmittag telefonisch nicht mehr erreichbar. So vereinbarten wir mit der jungen Lady, es morgen in der Früh um 8 Uhr wieder zu versuchen und fuhren zurück auf das Boot, wo wir noch tolle Abendstimmung genießen konnten. (Der Nachmittag war für uns aber trotzdem nicht verloren, da wir vorsorglich schon die Badetasche mitgenommen hatten und die Wartezeit gemütlich auf dem Strand verbrachte.)

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Fauna, Flora und Entdecker – Tolles aus Guadeloupe

Nochmals starteten wir heute sehr zeitig in der Früh, um so viel Interessantes wie möglich von Guadeloupe kennenzulernen.

Schon um 8 Uhr waren wir im botanischen Garten „Jardin de Valombreuse“ bei Petit-Bourg. Der Garten bzw. Park ist in verschiedenen Zonen (geordnet nach Pflanzengattungen wie z.B. Orchideen, Tillandsien, Palmen, Bananengewächsen, etc.) angelegt, die viele Nutz- und Zierpflanzen der Insel wunderschön arrangiert zeigen. Auch ein riesiger Bereich für Kinder mit Spiel- und Reitplätzen war hier eingerichtet, so dass Familien einen ganzen Tag in diesem netten botanischen Garten verbringen konnten.

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Nördlich dieses Ortes beginnt auch die Route de la Traversée, eine schmale Straße, die quer durch die Insel und den über 17.000ha großen Nationalpark Guadeloupes (=UNESCO Biosphärenreservat) führt.

Hier zweigen beidseits der Straße Wanderwege durch den dichten Regenwald ab. Da bei uns gestern „Wandertag“ angesagt war, entschieden wir uns heute nur für einen kurzen Fußmarsch zum „Wasserfall der Flusskrebse – der Cascade aux Ecrevisses“.

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Nicht weit weg von diesem Wasserfall war das Maison de la Forêt. In diesem Informationszentrum erfährt man alles über den Regenwald. Außerdem startet von hier der Sentier de Découverte, ein Naturlehrpfad durch den tropischen Bergwald. Wir wählten für uns aber zusätzlich eine längere Route durch den dichten Regenwald, den Sentier (=Wanderpfad) de Blas-David, bei dem wir viele moosbehangene Baumriesen, Lianen, Farne und viele andere Dschungelpflanzen zu sehen bekamen.

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Da Regenwald von „Regen“ kommt, kann man sich vorstellen, dass es hier sehr häufig regnet – nicht jedoch heute. Der Weg war aber so aufgeweicht von den ständigen Niederschlägen, dass Gerhard nach kurzer Zeit des Balancierens die Geduld verlor und seine Schuhe auszog. Ich behielt meine Schuhe zwar an, mir blieb am Ende der Wanderung aber nichts anderes übrig, als meine Sandalen im Flussbett zu waschen, um überhaupt wieder ins Auto einsteigen zu können.

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Relativ sauber fuhren wir dann zum Plage de la Malendure, einem netten, dunkelsandigen Strand, der vor allem von Unterwassersportlern aufgesucht wird. Hier liegt gegenüber des Strandes die Insel Ilets Pigeon. Dieses Gebiet ist deshalb so berühmt, weil Jacques Cousteau, der französische Tiefseeforscher, dieses Gebiet zum besten Tauchrevier, das er jemals erforscht hatte, erklärt hatte. (* 11. Juni 1910 in Saint-André-de-Cubzac bei Bordeaux; † 25. Juni 1997 in Paris; er war ein weltweit bekannter Pionier in der Meeresforschung und deren Dokumentation mit der Filmkamera.)

Wir werden voraussichtlich übermorgen mit dem Katamaran hier vorbeisegeln und dann zum Schnorcheln eine Zwischenstopp einlegen, um uns die berühmte Unterwasserwelt genauer anzuschauen. Heute nutzten wir den Zwischenstopp für ein gemütliches Mittagessen auf dem Strand.

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Nun fuhren wir mit dem Auto der Küste entlang in den Norden. Nahe der Stadt Deshaies war wieder ein Jardin Botanique. Weil wir wussten, dass es hier neben einem paradiesischen Garten mit Wasserfällen und Teichen auch Flamingos und Papageien gab, entschieden wir uns, diesen ebenfalls zu besuchen – und wir bereuten es nicht! Zum einen war die Anlage wunderschön gestaltet und die Pflanzenvielfalt enorm.

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Zum anderen waren die Vögel so nett im Garten integriert, dass es richtig Spaß machte, sie zu beobachten.

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Auf dem letzten Stück unseres Heimweges kamen wir noch in Saint-Rose vorbei, einer Stadt, bei der sich Vieles um Rum dreht. Wir besuchten zuerst das Rummuseum und sahen einen tollen Film, der uns die Rumproduktion in Guadeloupe erklärte. Nun wissen wir, dass es hier auf dieser Insel und den Inseln die zu dieser gehören noch 10 Destillerien gibt und dass es hier nicht erlaubt ist, dem Rum irgendetwas beizusetzen. Zum Abschluss bekamen wir einige Kostproben und wir müssen sagen, dass man bei diesem Rum aus Guadeloupe die Qualität schmeckt.

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Als nächstes besuchten wir ein Schiffsmuseum, mit diversen Schiffsmodellen von den berühmtesten Schiffen. Unter anderem interessierte uns die Kolumbusflotte Santa Maria, Pinta und Nina, mit denen er 1492 die „Neue Welt“ entdeckte. (Guadeloupe wurde von ihm 1493 entdeckt. Saint-Marie ist der historisch belegte erste Landeplatz auf dieser Insel.)

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In unserem „Museumsrausch“ bestaunten wir dann noch eine Insektensammlung, die im oberen Stockwerk ausgestellt war und die wirklich außergewöhnlich nett und vielfältig diese kleinen Tierchen präsentierte.

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Am Abend brachten wir noch unser Mietauto zurück, da wir morgen mit unserer SanVerDa wieder weitersegeln werden, ebenfalls auf Entdeckungsreise wie Kolumbus oder auf Forschungsreise wie Cousteau. ☺

Besteigung des höchsten Berges der kleinen Antillen

Gleich nach dem Frühstück holten wir unseren Leihwagen, bezahlten ihn an der Supermarktkassa ☺ und machten uns damit auf in den Süden von La Basse Terre (das ist der westliche „Schmetterlingsflügel“ von Guadeloupe).

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Wir fuhren von Saint-Claude ins Landesinnere in Richtung des Vulkans La Soufrière im Parc National de la Guadeloupe. Vom Parkplatz aus erreichten wir zuerst einen warmen Naturpool, der von einer Quelle des noch aktiven Vulkans gespeist wird.

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Danach ging es zuerst über Wege durch den Regenwald.

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Wir marschierten über ein Hochplateau, von dem aus man gerade in einem Nebelloch die Spitze des Vulkans erkennen konnte, weiter über einen schmalen Pfad mäanderförmig den Vulkan hoch.

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Hier ging der Regenwald in den Nebelwald über, was man vielleicht an unseren nassen Haaren merkt. Beim langen Wandern in dieser Nebelzone wurde auch unsere Kleidung durchnässt, sogar auf der bloßen Haut kondensierte der Nebel und die Wassertropfen rannen über unseren Körper. Die Haut unserer Fingerkuppen war so aufgeweicht, dass man annehmen konnte, wir wären eine Stunde lang im Meer geschwommen.

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Schließlich kletterten wir über Steine und zum Schluss über sehr steile Felsen zum 1.467m hohen Gipfel hinauf. Erschwert wurde das letzte Stück durch sehr starken Wind, der ein längeres Verweilen auf dem Gipfel unmöglich machte. Laut Reiseführer sollten Fumarole (= vulkanische Dampfaustrittsstelle)zischen und aus Spalten weißer Rauch aufsteigen, was aber bei dem Nebel und dem Sturm für uns nicht zu sehen war.

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Nach vier Stunden erreichten wir wieder unser Auto. Wir beeilten uns, damit wir noch rechtzeitig zu den Öffnungszeiten des Parc Archéologique des Roches Gravées nach Trois-Rivières kamen. Inmitten eines wunderschön angelegten Gartens mit typischen Pflanzen der Insel lagen hier große, rund geschliffene Lavabrocken, in die präkolumbische Petroglyphen aus der Zeit 300 bis 400 v. Chr. eingeritzt waren (Strichgestalten, Köpfe, Symbole und mystische Zeichen). Diese Felsenmalereien stammen von einer ausgelöschten Indianerkultur, den Arawaks, die damals den karibischen Raum besiedelten.

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In Capesterre-Belle-Eau führte unsere Straße durch eine schöne Allee aus schlanken, hohen Königspalmen.

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Weil es die Zeit zuließ machten wir noch einen letzten Halt gleich in der Nähe von Capesterre-Belle-Eau bei den Les Chutes de Carbet-Wasserfällen. Bei der Wanderung dorthin auf einem schlammigen Pfad, über riesige ausgewaschene Wurzelstöcke, durch einen Fluss und bei kurzfristig starkem Regen dürften wir einen falschen „Weg“ (falls man diesen so überhaupt benennen darf) eingeschlagen haben.

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Wir kamen zwar zu sehr schönen Wasserfällen, fanden auch die warmen Naturpools, die jedoch bereits von Menschen überfüllt waren, doch es waren nicht die 110m hohen Les Chutes de Carbet-Wasserfälle.

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Uns störte das überhaupt nicht, denn die Fahrt hierher war wunderschön, der Weg zu den Wasserfällen war zwar eine richtige Herausforderung, aber er führte durch eine traumhafte Dschungelkulisse und wir waren froh, dass wir hier an diesem Ort waren, auch wenn wir nicht in den Pools baden konnten.

Beim Nachhausefahren entdeckten wir noch einen Baumriesen, der uns gutmütig in die Augen blickte.

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Nach so einem großen Programm erreichten wir erst um 19.00 Uhr Pointe-à-Pitre, wo wir noch im Zentrum zu Abend aßen (was hier gar nicht so einfach ist, denn die Menschen holen sich zwar Snacks von Imbissbuden nach Hause, gehen aber nicht in Restaurants essen. Touristen gibt es bis auf die Kreuzfahrer nicht sehr viele und die haben am Abend die Stadt schon wieder verlassen. Also gibt es einfach keine Nachfrage nach Lokalen am Abend und die Restaurants und Bars haben deshalb oft geschlossen.)

Auf der SanVerDa gab es dann noch eine Verkostung unseres selbstangesetzten Rums, der uns ja als Naturmedizin in Dominica empfohlen wurde. Wir befanden ihn als ausgezeichnet! In einer Glasflasche abgefüllt wartet er nun darauf, bei den verschiedensten kleinen „Wehwehchen“ seine optimale Wirkung zu zeigen. Wir werden euch darüber berichten!
(Ich glaube, Gerhard verspürt ein leichtes Unwohlsein! ☺)

Der „Schmetterling“ Guadeloupe

In der Früh motorten wir von der Ilet du Gosier zur Hauptstadt von Guadeloupe Pointe-à-Pitre. Guadeloupe besteht aus landschaftlich zwei unterschiedlichsten Inselhälften, die durch eine Landbrücke miteinander verbunden sind. Genau auf dieser Verbindung liegt Pointe-à-Pitre. Von der Luft aus gesehen gleicht Guadeloupe einem Schmetterling.

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Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/50/Guadeloupe_Places_of_interest_map-fr.svg/1280px-Guadeloupe_Places_of_interest_map-fr.svg.png

Der Place de la Victoire ist das Zentrum der Stadt. Viele bunte Märkte mit Fisch, Obst und Gemüse findet man rund um diesen Platz. Einheimische Damen, kunterbunt gekleidet, boten ihr Gemüse (auch schon geschnitten und in einem Plastiksäckchen verpackt, wenn man das so haben will) an. Überall tummeln sich Menschen in den Hauptgeschäftsstraßen wie der Rue Frébault, der Rue Bébian oder der Rue Sadi Carnot. Hier bekommt man alles und die Vielfalt der Geschäfte ähnelt der, in der Mariahilfer-Straße oder in der Kärntnerstraße bei uns in Wien – vielleicht manches Mal nicht ganz so exquisit. Besonders beeindruckten uns die Geschäfte mit den bunten, kreolischen Damenmoden und die Stoffgeschäfte, die in den Auslagen mit Stoffen, Federn und Goldschmuck die außergewöhnlichsten Faschingsverkleidungen zusammengesteckt hatten.

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Auf dem lebhaften Marché Central konnte man aller Art von Waren erstehen, vor allem Souvenirs, die sicherlich bei der Ankunft eines Kreuzfahrtsschiffes sehr gefragt sind. (Am Abend verließ so ein Kreuzfahrtschiff wieder Pointe-à-Pitre, mit den Leuten, die den ganzen Tag über in der Stadt waren.)

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Sonst haben uns am besten die alten mehr oder weniger gut erhaltenen Kolonialbauten, die oft mit schmiedeeisernen Balkonen und Gittern versehen sind, gefallen.

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Die schöne Kathedrale St.Pierre-et-St-Paul zählt neben den Märkten und Einkaufsstraßen zu den wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Sie wird auch die „eiserne Kathedrale“ genannt, weil sie wegen der zahlreichen Wirbelstürme ein Stahlkorsett verpasst bekommen hatte.

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Sehenswertes gibt es in Pointe-à-Pitre trotzdem einiges. Uns sind vor allem die vielen Graffiti aufgefallen. Manches Mal zieren sie altes, verfallenes Mauerwerk, ein anderes Mal zeigen sie auf Rollläden, welches Geschäft sich dahinter verbirgt oder sie verschönern lange Mauern und geben so der Stadt einen lustigen, persönlichen Touch.

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Bevor wir wieder zur SanVerDa fuhren, machten wir uns noch auf die Suche nach einem Mietauto für die nächsten zwei Tage. Das war aber gar nicht so einfach. Obwohl wir im Internet einige Anbieter fanden, hatten die entweder überhaupt geschlossen, sperrten erst nach einigen Stunden auf oder es gab sie einfach nicht mehr. Als wir gerade überlegten, wie wir es anstellen konnten, um zu einem Mietauto zu kommen, sprach uns ein freundlicher Guadeloupianer an und zeigte uns schließlich eine Autovermietung in einem Supermarkt. (Auf diese Idee wären wir selbst nie gekommen, in einem Supermarkt nach einer Autovermietung zu suchen!)

Getaner Dinge tuckerten wir mit unserem Dingi heim. Gerhard musste jedoch wieder ein paar Conch-Schnecken mitnehmen, die dort zu hunderten lagen.

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Ilet du Gosier – noch eine Trauminsel

Bei starkem Wellengang und Wind starteten wir um 8 Uhr früh in Richtung Guadeloupe. Wir hatten arg gegen den Wind anzukämpfen, aber wir schafften es sehr gut bis zu der gewünschten Stelle aufzukreuzen.

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Bei der Fahrt dürfte die Linse unserer Kamera mit Meerwasser bespritzt worden sein, aus diesem Grund seht ihr die Bilder heute mit „Schleier“. ☺

Sehr knapp bei Guadeloupe, gegenüber des Ortes Gosier liegt diese Miniinsel, die wir uns für heute ausgesucht hatten. Sie wird auch als „Riviera der französischen Antillen“ bezeichnet und ist mit Büschen, Bäumen und Palmen bewachsen und völlig von Riffen umgeben.

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Kurz nach Mittag erreichten wir unser Ziel und danach verbrachten wir den Nachmittag auf diesem traumhaften Strand.

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Ganz vorne bei der Insel fanden wir unseren tollen Ankerplatz, wo wir die Nacht auch verbringen werden.

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