Gibraltar verabschiedet sich bei uns heute außergewöhnlich: mit Sonnenschein, warmen Temperaturen und beinahe ohne Wind!

Der kaputte Teil ist ersetzt, das Schiff gereinigt, die Passatsegel aufgezogen, nun sind wir soweit: Noch einmal sind wir in die Mainstreet gegangen und haben uns Tee und Bier (Guinness) im Sonnenschein gut schmecken lassen, haben dabei etwas gesurft, um die Windverhältnisse exakt zu kennen und uns dafür entschieden, morgen Früh unsere Fahrt zu den Kanaren fortzusetzen. Zuerst wird es durch die Straße von Gibraltar gehen und dann werden wir im Vorwindkurs (= Wind von hinten) in Richtung Kanaren segeln.

Unsere Fahrt wird voraussichtlich 5-6 Tage und Nächte dauern, an denen wir keinen Internetempfang haben werden, was bedeutet, dass wir uns im Blog erst wieder von den Kanaren melden werden.

Für die Interessierten:
Da das Mittelmeer um ca. 1,4m niedriger liegt als der Atlantik (u.a. weil im Mittelmeer mehr Wasser verdunstet, als die Flüsse und Niederschläge nachliefern), kommt es in der Meerenge von Gibraltar zu einer starken Strömung vom Atlantik. Wir werden mit Ostwind durch die Meerenge segeln. So werden die Atlantikwellen gegen die Windwellen laufen. Wie sich das anfühlt, werden wir euch im nächsten Beitrag schildern! ☺

Der neue Autopilot ist da!

In der Früh bekamen wir telefonisch die erfreuliche Nachricht, dass der Autopilot eingetroffen ist und noch heute von einem Techniker von Raymarine eingebaut wird. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie groß unsere Freude ist und Gerhards beim Mitarbeiten! ☺

Zufrieden betrachtet Gerhard nach getaner Arbeit den neuen Autopilot.

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Nun hängt die Weiterfahrt nur noch vom Wetter ab!

Imposante Ausgrabungen im Archäologischer Park Itálica besichtigt!

Itálica war eine römische Stadt in Hispanien und ein wichtiges Zentrum der Romanisierung der Iberischen Halbinsel. Diese Stadt lag in der Nähe der Stadt Hispalis (=Sevilla – Entfernung ca. 10 km). Hier lebten die Familien der römischen Kaiser Trajan und Hadrian.

Große Teile der Stadt sind unter dem Ortskern des heutigen Santiponce vergraben. Das unter Hadrian angelegte Viertel ist hingegen zu besichtigen. Großartig sind das Amphitheater, das mit einer Länge von 160m und einem Fassungsvermögen von 25.000 Zuschauern das drittgrößte römische Amphitheater ist (hier fanden die Gladiatorenspiele statt), die Mosaikfußböden in den Wohngebäuden, der Tempel, der dem Kaisers Trajan gewidmet war und die Statuen von Venus, Diana und Trajan. Auch die öffentlichen Thermen und das rekonstruierte römische Theater kann man noch sehen, dafür muss man aber eine kurze Strecke mit dem Auto zurücklegen, da die Ausgrabungen so weitläufig sind.
Weil das Amphitheater so imposant ist, wurden vor dieser Kulisse auch Filme gedreht: z.B.: Game of Thrones – ein Fantasy-Epos.

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Unser Mittagessen nahmen wir später im weltoffenen Cádiz ein, in der ältesten Stadt Europas. Diese Stadt liegt auf einer Halbinsel und ist über diese tolle Brücke (Spannweite: 540m, Länge: 3,2 km, 6-spurige Fahrbahn, 69m über dem Meeresspiegel, die Pylonen sind 190m hoch = höchste Brücke Europas) zu erreichen.(Aufgrund eines Baufehlers dürfen Fußganger und Fahrradfahrer die Brücke nicht benützen, weil die Abstände des Geländers zu groß sind!!!)

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Nach einem Spaziergang durch die Altstadt machten wir uns auf den Rückweg nach Gibraltar, wo uns gleich wieder der britische Nebel empfing.

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Bald hätten wir vergessen, euch noch Folgendes mitzuteilen: Mit diesem blauen Fiat 500 düsten wir durch Andalusien und, wie könnte es anders sein, wir waren sehr zufrieden mit ihm! ☺

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Sevilla, eine Stadt, die gelebt werden will!

Nach einem spanischen Frühstück in einer Tapas-Bar besuchten wir auch in dieser schönen Stadt wieder die Kathedrale, den Königlichen Alkázar (= mittelalterlicher Königspalast) mit seinen Gärten und sie waren genauso wie die von Cordoba und Granada sehenswert.

Besonders toll fanden wir in Sevilla die öffentlichen Plätze mit regem Treiben. Leider mussten wir diese Orte bei leichtem Regen und kühlem Wetter aufsuchen.

Der Plaza de España, einer der bekanntesten Plätze in Sevilla, wurde anlässlich der Iberoamerikanischen Ausstellung 1929 errichtet. Er hat die Form eines Halbkreises (dieser soll die Umarmung der südamerikanischen Kolonien symbolisieren und die Öffnung des Halbkreises zeigt in Richtung Fluss, dem man folgen muss, um nach Amerika zu gelangen) mit 200m Durchmesser. An seinen Enden erheben sich zwei hohe Türme. Über einen künstlich angelegten Kanal führen mit Fliesen dekorierte Brücken. Den Platz säumen Bänke mit Wappen und Karten (ebenfalls aus bunten Kacheln), die in alphabetischer Reihenfolge die spanischen Provinzen repräsentieren.

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Das prachtvolle Gebäude der Stierkampfarena wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts in einer Mischung aus hispanischem und maurischem Stil erbaut und war über lange Zeit hinweg einer der wichtigsten Austragungsorte für Stierkämpfe im ganzen südspanischen Raum. Durch die gelbrote Farbgestaltung spielt die Wahrnehmung der Außenmauern an die Farben der spanischen Flagge an.
Der traditionsreiche Stierkampf wird noch immer regelmäßig in Andalusien veranstaltet. Fixpunkt dieser umstrittenen Events ist die Stierkampfarena Sevilla, welche nach der Stierkampfarena Madrid die größte Arena Spaniens darstellt. 18.000 Menschen können in dem ovalen Amphitheater einer Veranstaltung beiwohnen.
Obwohl der Stierkampf kontrovers diskutiert wird, bedeutet er für manche Touristen eine ganz besonders traditionsreiche Attraktion. Spanier hingegen begründen ihre Kultur und Kunst in dem Stierkampf und sehen es oft als Ehre, den Beruf des Toreros auszuüben. Die andalusische Hauptstadt Sevilla besitzt eine besondere Verbindung zum Stierkampf, da hier schon 1830 die erste Stierkampfschule errichtet wurde.
Wir mussten zum Glück keinen Stierkampf anschauen!

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Gerhard wollte noch des Metropol Parasol besichtigen, eine imposante Holzkonstruktion in der Altstadt von Sevilla. Der Parasol wurde von 2005 bis 2011 auf dem Platz„Plaza de la Encarnación“ vom deutschen Architekten Jürgen Mayer H. an der Stelle einer früheren Markthalle errichtet. Das neue Wahrzeichen von Sevilla hat eine Länge von 150 Metern, eine Breite von 70 Metern und eine Höhe von 26 Metern und gilt als größte Holzkonstruktion der Welt. In Sevilla wird die Konstruktion auch als „Las Setas“ – übersetzt: die Pilze – bezeichnet.

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Córdoba – nicht nur 1978 für viele Österreicher bei der Fußball-WM ein Highlight, sondern heute auch für uns!

Bei einem Spaziergang durch die Altstadt von Córdoba entdeckten wir ein wunderschönes Wirrwarr aus engen Gassen, Plätzen und weißgetünchten Innenhöfen, die sich um die Mezquita herum anordnen. Diese Moschee-Kathedrale zeigt die Bedeutung der Stadt während des Mittelalters und ist heute Wahrzeichen von Córdoba.

Die Dimensionen dieser Moschee-Kathedrale sind so riesig (Grundfläche 24000m2, 856 Säulen), dass man es nicht schafft seine Eindrücke in Bildern einzufangen, man muss sie einfach gesehen haben!

Jahrhundertelang war Mezquita die größte Moschee im islamischen Okzident, danach nahm 1236 der Bischof die Weihung der Moschee zur Kathedrale vor und sie erhielt den Namen „Santa Marie la Mayor“. Bis zum 16. Jahrhundert wurden dann bauliche Anpassungen an die Bedürfnisse des christlichen Kults durchgeführt und von Kaiser Karl V genehmigt.

Diese Moschee-Kathedrale ist heute keine wertvolle Reliquie, auch kein Museum sondern ein heiliger Raum, der der ganzen Welt offen steht.

Im Inneren waren wir vom Wald von Säulen in islamischer Architektur mit hellenistischer, römischer und byzantinischer Note überrascht, wo im Zentrum ein Turm und Dächer der Kathedrale die ursprüngliche Moschee überragen.

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Im Alkazar der christlichen Könige sahen wir riesige, gut erhaltene, römische Mosaike an den Wänden des Mosaiksaals und wunderschön angelegte Gärten, in denen das Wasser nach arabischer Tradition eine große Rolle spielt.

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Auch einen sehr bekannten Herrn trafen wir hier: Seneca, dessen Geburtsstadt Córdoba war.

Orient trifft westliche Kultur!

Granada, eine Stadt zwischen der Küste des Mittelmeers und den Gipfeln der Sierra Nevada, war seit jeher ein Ort, an dem sich wichtige Wege kreuzten. Das lässt sich auch heute noch in der Kultur und an den Bauwerken der Stadt gut erkennen!

Nachdem es uns seit Tagen nicht gelungen ist, Eintrittskarten für die Alhambra zu ergattern, besichtigten wir trotzdem viele eindrucksvolle Bauten wie die Kathedrale, Kirchen und Klöster, den alten Stadtteil Albaicin, die königliche Kapelle und viele andere interessante Gebäude.

Wir waren am meisten vom orientalischen Einfluss begeistert, der einen in dieser Stadt auf Schritt und Tritt begegnet.

Durch Andalusien

Zeitig in der Früh marschierten wir von Gibraltar über den Flughafen nach Spanien, um ein Auto zu mieten.

Den ersten Halt machten wir in dem kleinen, idyllischen Fischerort Estepona. Wir waren von dieser Stadt begeistert, da sie sich vollständig ihren Charakter eines typischen andalusischen Dorfes erhalten hat. Die Straßen der Altstadt unterscheiden sich durch die Farbe der Blumentöpfe.

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Weiter ging es dann um die Mittagszeit nach Marbella. Auf dem Seeweg hatten wir, wie ihr wisst, keinen Stellplatz für unser Boot im Hafen bekommen, heute – auf dem Landweg – war das Halten kein Problem.
In der Altstadt nahmen wir unser Mittagessen ein und schlenderten durch die engen Gassen mit netten Häusern, Straßenaltären und Wandbemalungen.

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Obwohl Estepona, Málaga und Marbella nahe beieinander liegen, haben sie jeweils einen ganz eigenen Charakter, jede Stadt für sich extrem entzückend!

Gerhards Lieblingsfoto …

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In Granada bezogen wir unser Zimmer in der Altstadt und erkundeten die nächste Umgebung und testeten einige Lokale.

Herbstbeginn – ein Besuch bei den Gibraltaraffen!

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In Gibraltar ist im Gegensatz zum quirligen Spanien, wo wir ja gerade herkommen, alles „very British“. Entsprechend liegen wir mit unserem Katamaran auch in der „Queensway Quay Marina“.

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Hier ist uns schon beim ersten Rundgang in der Main Street aufgefallen, dass ein friedliches Zusammenleben verschiedenster Nationalitäten (Briten, Spanier, Italiener, Portugiesen, …) und unterschiedlichster Konfessionen (Katholiken, Anglikaner, Moslems, Hindu, Juden, …) äußerst positiv gelingt. Das ist wirklich schön zu erleben!

Nachmittags, als der herbstliche Wind schwächer wurde, ging es dann mit der Seilbahn auf den Felsen von Gibraltar. Zuerst erfreuten wir uns an den berühmten schwanzlosen Affen, die wir auch in allen Lagen zur Genüge fotografiert hatten. Die Herkunft dieser Berberaffen ist nicht genau geklärt. Wahrscheinlich wurden sie irgendwann aus Marokko von Menschen eingeführt. Berberaffen waren allerdings früher auch in Süd- und Mitteleuropa heimisch, also könnten die Affen von Gibraltar auch von diesen europäischen Vorfahren abstammen.

Man kennt ja die Legende: So lange die Tiere auf dem Felsen über der Stadt herumhopsen, so lange bleibt Gibraltar in britischem Besitz. Argwöhnisch wird deshalb die Makaken-Population beobachtet, damit nur ja immer genug Tiere bleiben.

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Am eindrucksvollsten waren heute aber die „Mediterranen Stufen“, die wir zwei Stunden lang von der 426m hohen Felsspitze rund um den Felsen bis in die Stadt marschierten. Sie gehören wirklich zurecht zum UNESCO Weltkulturerbe.

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Landurlaub!

Obwohl wir heute den ersten Schaden am Boot melden müssen, zählen wir trotzdem zu den Glückspilzen auf dieser Welt.

Nachdem wir in Marbella keinen Stellplatz für unser Boot finden konnten, entschieden wir uns gleich, Gibraltar anzusteuern. Bei spiegelglatter See motorten wir gemütlich im Sonnenschein dahin und beobachteten die springenden Delfinschulen.
Plötzlich wurden wir von unserm Warnsystem mit „drive-stopp“ wachgerüttelt, das meldete, dass die automatische Steuerung nicht funktionierte. Wir stellten uns ans Ruder und steuerten den Katamaran die letzte Stunde per Hand in die Marina, was bei diesem Wetter ein Leichtes war.

Dort nahmen wir mit „Sheppard´s of Gibraltar“ (= Centre of Excellence in Navigation and Communications Equipment), mit speziellen IT-Fachleuten von Raymarine Kontakt auf. Sie kamen sofort, kontrollierten alles und stellten fest, dass der Computer einwandfrei funktioniert, die Hydraulik jedoch ausgewechselt werden muss (was auch Gerhards erste Vermutung war).

Wir bestellten diesen Teil und waren trotz Schadens sehr dankbar, dass uns dieses Malheur auf dem Atlantik erspart blieb. Hier in Gibraltar bedeutet das nur eine Woche bis 10 Tage Sightseeing, was ja eigentlich auch der Grund unserer Reise ist.

Auf jeden Fall benötigten wir nun dringend Gibraltarpfund!

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Naturschauspiel Seenebel + heute schliefen wir in Südspanien das erste Mal mit Heizung!

Die Costa del Sol, die Südküste Spaniens, hat zwar 320 Sonnentage im Jahr und derzeit noch sehr hohe Tagestemperaturen von 27°C, die Temperatur geht am Abend jedoch stark zurück.

Wir haben derzeit Wassertemperaturen von 15°C, genauso hoch ist die Nachttemperatur. Da unser Katamaran keine Wärmedämmung besitzt, entspricht die Außentemperatur auch der Raumtemperatur – also für mich viel zu kalt!!!

Als wir in der Nacht vom Bummeln heimkamen, startete Gerhard die Heizung (die er mir zu liebe eingebaut hatte und es war sofort angenehm warm in unserer Schlafkoje ☺).

Unterwegs in der Altstadt, wurden wir Zeugen eines seltenen Naturschauspieles – eines Seenebels (hier auf dem Bild gerade im Anzug).
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Es verschleierte sich plötzlich der Himmel, die Sonne verschwand und es wurde bitter kalt und sehr feucht. Ich zog alles an, was ich mitgenommen hatte, aber es war trotzdem zu wenig!

Der Seenebel wird vom Meer an Land geweht und alles verschwindet unter einer dichten Nebelwolke.
Dieser Nebel entsteht, wenn über die relativ kalten Wasserflächen recht warme Luft weht. Die warme Luft kühlt über dem kalten Wasser schnell ab und es bilden sich, nach Erreichen des Taupunktes bzw. des Sättigungsgrades, Wassertropfen in Form von Nebel. Nach ungefähr einer Stunde war dann der Spuk wieder vorbei und wir hatten wieder Sommer!

Am Horizont können wir heute das erste Mal die Küste Afrikas ausnehmen!